Viele kennen die Warnung aus der Kindheit: Rohe Kartoffeln nicht essen. Doch wie ernst ist das zu nehmen? Sind sie giftig oder gar gesund? Als Ernährungsexperten mit fundierten Kenntnissen zu Nachtschattengewächsen geben wir Ihnen die wissenschaftlich fundierten Antworten.
Rohe Kartoffeln essen – giftig oder nicht?
Wer rohe Kartoffeln probiert hat, kennt den mehligen, schwer verdaulichen Geschmack durch die Stärke. Hinzu kommt ein bitterer Unterton durch natürlich vorkommende Alkaloide wie Solanin – ein Schutzmechanismus der Pflanze gegen Schädlinge, Fäulniserreger und Pilze, typisch für Nachtschattengewächse wie Auberginen.
Solanin reichert sich besonders unter der Schale, an grünen Stellen und Keimen an. Grüne Kartoffeln erreichen Werte von durchschnittlich 35 Milligramm pro 100 Gramm. Übermäßiger Verzehr kann Vergiftungen verursachen, darunter:
- Übelkeit,
- Erbrechen,
- Durchfall,
- Atemprobleme und
- Krämpfe.
Kinder sind hier besonders anfällig.
Der richtige Umgang mit Kartoffeln: Solanin vermeiden
Rohe Kartoffeln sollten Sie meiden. Gekochte Kartoffeln sind meist unbedenklich, wenn Sie schälen und grüne oder keimende Stellen großzügig entfernen. Stark keimende Exemplare bleiben auch nach dem Kochen riskant, da Solanin hitzebeständig ist. Mehr dazu: Besser nicht essen: Das macht Kartoffeln giftig.
Lagern Sie Kartoffeln trocken, kühl und dunkel, um Keimen und Solaninbildung vorzubeugen.
Rohe Kartoffeln – doch gesund?
Ein kleines, geschältes Stück schadet selten. In Saftform bietet roher Kartoffelsaft Vorteile:
- Bei Sodbrennen lindert regelmäßiger Konsum von frischem Kartoffelsaft Beschwerden.
- Er ist reich an Antioxidantien, da hitzeempfindliche Pflanzenstoffe erhalten bleiben.
Rohkost-Fans betonen, dass über fünf Kilogramm ungeschälte rohe Kartoffeln für eine tödliche Dosis nötig wären. Dennoch: Regelmäßigen Verzehr raten wir ab.
So gesund sind Kartoffeln
Kartoffeln sind nährstoffreich: Gute Kohlenhydratquelle für langanhaltende Sättigung, bei 80 Prozent Wassergehalt kalorienarm. Reich an Eiweiß, Kalium, Magnesium, Eisen, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin C und Folsäure für Zellerneuerung.
Sie zählen zu den basischen Lebensmitteln, die Basen bilden und den Säure-Basen-Haushalt positiv beeinflussen. Bei Durchfall wirkt Kartoffelbrei beruhigend: Leicht verdaulich, bindet Stärke Säuren und Gifte.