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Sauerteig selbst ansetzen: Bewährtes Rezept für leckeres, gesundes Brot aus eigener Herstellung

Als erfahrener Bäcker weiß ich: Sauerteig anzusetzen ist kinderleicht und lohnenswert. Mit etwas Geduld entsteht ein vitales Brot, das Sie wochenlang für frische Backwaren nutzen können.

Was ist Sauerteig?

Sauerteig basiert auf natürlichen Milchsäurebakterien, Essigsäure und Hefepilzen, die sich durch mehrtägige Fermentation bilden. Ideal eignen sich Mehlsorten wie Roggen- oder Dinkelmehl. Ich zeige Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie einen robusten Sauerteig herstellen – für Brote voller Geschmack und Nährstoffe.

Sauerteig selbst ansetzen

Sie benötigen:

  • 75 g Mehl (z. B. Dinkel- oder Roggenmehl)
  • 75 ml lauwarmes Wasser
  • 2 große Einmachgläser mit mind. 1,5 Liter Fassungsvermögen (z. B. bei **Purenature** oder **Amazon**), Deckel locker aufsetzen für Luftzirkulation
  • Holzlöffel

Das Mehl-Wasser-Gemisch entwickelt mit der Zeit einen angenehmen säuerlichen Duft und Blasen. Bei Farbveränderungen oder Schimmel entsorgen und neu starten – so bleibt alles hygienisch.

So starten Sie:

  • Tag 1: 75 g Mehl und 75 ml lauwarmes Wasser ins Glas geben, mit Holzlöffel zu einem flüssigen Waffelteig verrühren.
  • Deckel locker aufsetzen (kein Gummiring oder Klammern – Luft ist essenziell) und an warmem Ort (25–35 °C) 12 Stunden ruhen lassen. Dann umrühren und weitere 12 Stunden gehen.
  • Tag 2–4: Täglich 75 g Mehl und 75 ml lauwarmes Wasser zugeben, umrühren und 24 Stunden ruhen.
  • Tag 5: Sauerteig reif – bereit zum Backen.

Fürs Brot verwenden Sie 400 g. Den Rest in ein zweites Glas füllen, locker verschließen und kühlen. Im Kühlschrank hält er ca. eine Woche.

Tipp: Mit nur 50 g gekühltem Sauerteig starten Sie neue Kulturen.

Sauerteigbrot backen

Für ein ca. 1-kg-Brot (gesund und aromatisch):

  • 400 g Sauerteig
  • 600 g Mehl
  • 250–450 ml lauwarmes Wasser (Vollkornmehl saugt mehr)
  • 1 EL Salz
  • Rührschüssel, Holzlöffel, Hände/Küchenmaschine
  • Große Backform (z. B. bei **Memolife**) oder Blech, Butter/Öl zum Fetten
  • Hitzebeständiges Gefäß mit Wasser (z. B. Auflaufform)
  • Messer
  1. Alle Zutaten in die Schüssel, kräftig verrühren.
  2. Bei fester, nicht klebender Konsistenz Minuten kneten (Hand oder Maschine).
  3. Laib formen: rund/oval aufs Blech oder in gefettete Form.
  4. Im vorgeheizten (50 °C), ausgeschalteten Backofen bei 35 °C ca. 1 Stunde gehen lassen – energie sparsam.
  5. Rohling herausnehmen, Ofen auf 175 °C Umluft heizen, Wassergefäß einstellen für feuchte Kruste.
  6. Oberfläche mehrfach einschneiden.
  7. 45 Minuten backen.

Tipp: Verfeinern Sie mit gehackten Kräutern (Rosmarin, Basilikum, getrockneten Brennnesselblättern) oder 40 g geschroteten Leinsamen.

Sauerteig langfristig pflegen

Fürs nächste Brot: Gekühlten Sauerteig rausnehmen, mit 225 g Mehl und 225 ml lauwarmem Wasser füttern, umrühren und 24 Stunden warm ruhen.

Rest (50 g) in frisches Glas, kühlen. Hält 1 Woche. Bei seltenerem Backen: Wöchentlich mit 50 g Mehl/50 ml Wasser auffrischen und warm ziehen lassen. So bauen Sie Kulturen auf oder teilen mit Freunden.

Tipp: Regel: 200 g Mehl + 200 ml Wasser = 400 g Brotteig; 25 g extra für Starter.

Wichtiger Hinweis: Dunkle Flecken oder schwärzliche Flüssigkeit deuten auf Schimmel – sofort entsorgen.