Der Boden ist gefroren und schneebedeckt, doch der Winter bietet reiche Funde für Wildbeeren und Kräuter. Als erfahrene Foragerin teile ich meine bewährten Tipps zur Ernte von Hagebutten, Holzäpfeln und Wintergrün. Diese wilden Winterschätze sind nicht nur nährstoffreich, sondern auch vielseitig verarbeitetbar.
Meine Top-Empfehlungen für mutige Wintersammler: Hagebutten, Holzäpfel und Wintergrün. Hier finden Sie alle Infos zur sicheren Suche. Und scrollen Sie runter zu meinem Rezept für köstliche Hagebuttensuppe.
Wintersuche nach Hagebutten (Rosa-Arten)
Alle Hagebutten sind essbar – solange sie nicht besprüht wurden und fernab von Verschmutzungen wachsen. Pflanzen nahe stark befahrener Straßen können Schwermetalle aus Abgasen aufnehmen. Ernten Sie lieber an unberührten Orten und genießen Sie sie sicher.

Hagebutten sind haltbare Früchte: Sie hängen monatelang am Strauch und nähren Vögel, Wildtiere – und uns Menschen. Deshalb lohnt sich die Wintersuche besonders.
Der Geschmack verbessert sich oft mit der Zeit. Die besten Hagebutten, die ich je pflückte, fand ich im April: verschrumpelt nach einem schneereichen Winter, doch unglaublich aromatisch!
Hagebutten enthalten Samen und kratzige Härchen. Für Mark (z. B. in Suppen) wählen Sie große Exemplare wie von Rugosa-Rosen. Halbieren, entkernen und das reine Fruchtfleisch verwenden – ideal für Marmeladen, Suppen oder Chutneys.
Die invasive Multiflora-Rose hat kleine Hagebutten, perfekt für Gelee, Sirup oder Saft: Einfach entsaften und abseihen.
Wintersuche nach Holzäpfeln (Malus-Arten)
Neben Hagebutten sind Holzäpfel ein Highlight für kalte Tage. Trotz ihrer Beliebtheit in Gärten werden sie zu selten genutzt. Technisch: Jeder Apfel unter 5 cm Durchmesser gilt als Holzapfel, aus der Gattung Malus.
Kleine Früchte (unter 2,5 cm) sind oft mehlige roh. Größere sind saftig-säuerlich und knackig. Frisch geerntet: Gepökelt mit Zimt und Muskat zu Fleisch oder Geflügel. Verschrumpelt und schneebedeckt: Saft für Cocktails, Gelee oder Apfelmus. Probieren Sie meinen Holzapfel-Whiskey-Kuchen!
Wintersuche nach Wintergrün (Gaultheria procumbens)
Diese zierliche Pflanze (ca. 8 cm hoch) hat 4–6 Blätter und 2–3 rote Beeren pro Pflanze. Im Sommer glänzend grün, im Winter rötlich schimmernd.

Beeren schmecken teaberry-ähnlich, sind aber körnig. Ernten Sie stattdessen Blätter: 1–2 pro Pflanze abschneiden, 2 lassen für Photosynthese.
Füllen Sie ein Pint-Glas mit Blättern, übergießen mit lauwarmem Wasser, abdecken und 3–5 Tage ziehen lassen. Starkes Gebräu für Sorbet, Eis oder Rum-Cocktails.
Warnung: Wintergrün enthält Methylsalicylat (wie Aspirin). Bei Aspirin-Allergie meiden!
Wie Sie sehen: Der Winter birgt viele Köstlichkeiten. Wichtig: Richtig identifizieren und warm anziehen. Viel Erfolg bei Hagebutten, Holzäpfeln und Wintergrün!
REZEPT: Hagebuttensuppe
Ein Favorit aus meiner Praxis. Zuerst Hagebuttenpüree herstellen, dann die Suppe kochen.

Zutaten:
2 Tassen Hagebuttenpüree
2 Tassen Wasser
1/8 – ¼ Tasse Zucker
1 EL Maisstärke
1 EL kaltes Wasser
Sahne, Joghurt oder Vanilleeis
Zur Zubereitung des Pürees:
Hagebutten halbieren, Kerne und Härchen entfernen. Fruchtfleisch mit Wasser bedecken, bei niedriger Hitze kochen, bis Wasser aufgesogen. Durch Mühle streichen.
Suppe zubereiten:
2 Tassen Püree, 2 Tassen Wasser, 1/8 Tasse Zucker erhitzen, Zucker lösen (nach Geschmack mehr). Maisstärke mit Wasser anrühren, einrühren und andicken lassen. Vom Herd.
Heißen: Mit Sahne/Joghurt verfeinern. Kalten: Kühlen, über Vanilleeis servieren.
Viel Spaß!
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Ellen Zachos ist Autorin von The Wildcrafted Cocktail und Hinterhof-Sammeln. Mehr auf BackyardForager.com. Lesen Sie auch ihren Artikel zu Löwenzahnpesto.