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Rapsöl und Pflanzenöl zum Kochen: Sicher und gesund? Experten klären auf

Zu den kontroversesten Themen in der Ernährung zählen Speiseöle. Raps- und Pflanzenöle boomen seit Jahren, da sie reich an ungesättigten Fetten und arm an gesättigten sind. Doch ein isoliertes Nährstoffprofil verrät nicht alles – besonders hier nicht.

Wenn Sie abwägen, ob Rapsöl oder Pflanzenöl die bessere Wahl ist oder ob sie überhaupt gesund sind, überrascht Sie die Antwort vielleicht.

Was ist Rapsöl?

Rapsöl ist ein geschmacksneutrales Öl aus den Samen der Rapspflanze. Die Herstellung ist jedoch komplex: Ursprünglich toxisch durch Erucasäure und Glucosinolate, wurde die Pflanze durch Züchtung – insbesondere kanadische Forscher – entgiftet und als Canola (Can für Kanada, ola für Oil) vermarktet, erklärt die registrierte Ernährungsberaterin und zertifizierte Diabetes-Pädagogin Shahzadi Devje, R.D., CDE, MSc.

Die Extraktion erfolgt mit Chemikalien wie Hexan. Rapsöl punktet beim Kochen mit neutralem Geschmack und hohem Rauchpunkt, der hohen Temperaturen standhält. Es liefert Vitamin E, K und Pflanzensterine für die Herzgesundheit, wie Devje betont. Mehr Vorteile gibt es jedoch kaum.

Und Pflanzenöl?

Pflanzenöl ist kein spezifisches Öl, sondern ein Sammelbegriff für Öle aus Pflanzen – Samen, Körnern, Nüssen oder Früchten. Meist gemeint ist Sojaöl. Kommerzielle Varianten sind oft Mischungen aus günstigen Ölen wie Soja- oder Maisöl. Die vage Bezeichnung erlaubt flexible Zusätze, ohne Irreführung.

Wie Rapsöl bietet es hohen Rauchpunkt, neutralen Geschmack und viele ungesättigte Fette.

Welches ist die gesündere Wahl?

Die knappe Antwort: Keines. Stark verarbeitet und oft gentechnisch verändert bestehen sie hauptsächlich aus Omega-6-Fettsäuren. Das Problem liegt im Ungleichgewicht: Früher dominierten Omega-3 aus Wildtieren und natürlichen Quellen. Heute überwiegen Omega-6 durch industrielle Öle, während Omega-3 fehlen, warnt Dr. Mark Hyman, M.D., Experte für funktionelle Medizin.

Ideales Verhältnis Omega-6 zu Omega-3: 2:1. Durchschnittlich liegt es bei 10:1 bis 20:1. Omega-6 kann entzündungsfördernd wirken und blockiert die Umwandlung pflanzlicher Omega-3 in aktive Formen (EPA/DHA) um bis zu 40 %, so Hyman. Rapsöl ist zudem nährstoffarm, GMO-bedingt herbizidbelastet und umweltschädlich, ergänzt Ernährungswissenschaftlerin Serena Poon, C.N., CHC, CHN.

Bessere Alternativen zu Raps- oder Pflanzenöl

Die Wahl hängt vom Einsatz ab. Diese gesünderen Optionen ersetzen sie vielseitig:

  • Zum Kochen: Avocadoöl, Sesamöl, Kokosöl oder natives Olivenöl extra
  • Zum Braten: Avocadoöl, Sesamöl oder Erdnussöl
  • In Dressings: Leinsamenöl, Kürbiskernöl oder natives Olivenöl extra
  • Zum Backen: Kokosöl oder Avocadoöl

Beim Backen rät Poon, Öl durch Apfelmus oder Bananenpüree zu ersetzen: "Das sorgt für Feuchtigkeit ohne verarbeitete Fette und ersetzt teilweise Zucker."

Fazit

Trotz Neutralität und Vielseitigkeit sind Raps- und Pflanzenöle keine guten Begleiter. Wählen Sie nährstoffreiche Alternativen: Avocado- oder Kokosöl zum Erhitzen, Olivenöl kalt zu Dressings oder Gemüse.