Für Gabriel Rucker gilt: Je mehr Köche in der Küche, desto besser.
In den meisten Vorschulkindern priorisieren Sandkastenabenteuer, Buntstift-Experimente und Kostümspiele. Doch wenn der Vater ein zweifach mit dem James Beard Award prämiierter Spitzenkoch ist, verschieben sich die Prioritäten. „Ich hacke gerne“, verrät die 4,5-jährige Babette stolz. Sie knetet Nudelteig, wischt Restaurantböden und ruft bei jeder Gelegenheit „Corner!“. Ihr sechsjähriger Bruder Gus verarbeitet Pfundweise Obst und schneidet seinen Bagel selbst.
„Meine Oma hat mich als Kind immer aus der Küche gescheucht“, erzählt Gabriel Rucker, Küchenchef und Mitinhaber der Portlander Restaurants Le Pigeon und Little Bird. Sein neues ganztägiges Café Canard öffnet diesen Frühling. „Sie war gestresst von all den Leuten dort, daher habe ich nie von ihr kochen gelernt. In meiner Küche zu Hause ist daher alles erlaubt.“
Bei den Ruckers ist das Familienleben zu einer echten Kochschule geworden. Blubbernde Suppentöpfe, scharfe Messer und Butangasbrenner zählen zum Spielzeugrepertoire. Perfekt für Rucker, der das gemeinsame Kochen liebt – nicht nur in den offenen Küchen seiner Restaurants.
„Er kocht ständig, wo immer wir sind“, sagt seine Frau Hana. „An den Abenden, an denen er zu Hause ist, gibt’s das volle Programm.“
Seine Heimküche ist ideal ausgestattet: Offener Grundriss mit der Küche im Zentrum des Hauses. So kann Rucker kochen, Sport schauen und Zeit mit der Familie verbringen – inklusive des Jüngsten, dem einjährigen Freddie James.
„Ich koche in der Küche, sehe mir das Spiel im Fernseher an, und die Kinder rennen ein und aus“, beschreibt er. „Sie lieben das Kochen und passen perfekt zu mir.“
Rucker leitet Le Pigeon viermal wöchentlich und bereitet an den anderen drei Abenden das Familienessen zu. Restaurant-Highlights wie Entenconfit oder Foie Gras kommen selten mit nach Hause. Stattdessen setzt der Gesundheitsbewusste auf saisonales Gemüse und mageres Protein.
„Wir machen oft die Whole30-Diät, die ist streng“, erklärt er.
Typische Gerichte: Oregon-Drachenkopf-Fajitas mit Zwiebeln und Paprika, dazu zerkleinerter Rotkohlsalat. Oder ein mediterraner Blumenkohlsalat mit Kräuterpesto, Oliven, Artischocken, Frühlingszwiebeln, sonnengetrockneten Tomaten und Zitronensaft.
„Man muss planen, vorausdenken, Reste nutzen“, rät der Profi. „Aber am wichtigsten: Spaß haben. Koche mit denen, die du liebst.“