Leaf-to-Root steht für die vollständige Verwertung von Pflanzen – von den Blättern bis zur Wurzel. Dieses Konzept reduziert Lebensmittelverschwendung erheblich und bringt frische Vielfalt in Ihre Küche.
In der modernen Kulinarik ist Nose-to-Tail bei Fleisch bereits etabliert: Die vollständige Nutzung eines Tieres von der Nase bis zum Schwanz. Das Pendant für Pflanzen ist Leaf-to-Root – jedes essbare Teil wird verwendet. Als Experten für nachhaltige Ernährung sehen wir hierzu klare Vorteile:
- Minimierung von Food-Waste.
- Neue Aromen und kreative Rezepte.
- Vollständiger Nutzen der nährstoffreichen Inhaltsstoffe.
Optimal eignet sich frisches Bio-Gemüse dafür:
- Oberirdische Blätter und Schalen konventioneller Produkte können Pestizidrückstände enthalten.
- Blätter werden schnell weich. Kaufen Sie Gemüse mit Blättern frisch und saisonal, z. B. Karotten oder Rote Bete auf dem Wochenmarkt.
Leaf-to-Root: Blätter clever verwerten
Bei Karotten, Roter Bete, Kohlrabi, Blumenkohl, Mairübchen oder Radieschen sind die Blätter essbar.
Junge, zarte Blätter eignen sich roh für
- Salate,
- Smoothies oder
- Pesto.
Ältere, faserige Blätter passen gekocht als Spinat- oder Mangolderstat in
- Suppen und Pürees,
- Nudelgerichte,
- Aufläufe, Quiches oder
- Currys.
Inspirierende Rezepte für Leaf-to-Root mit Blättern:
- Stielmus (Rübistiel): Herkunft, Nährstoffe und Rezepte
- Möhrengrün-Pesto: Leckeres Rezept gegen Lebensmittelverschwendung
- Rote-Bete-Blätter: Leckere Rezepte
- Kohlrabiblätter: So lecker lassen sich die Blätter verwerten
- Radieschengrün verwerten: So bereitest du es lecker zu
Tipp: Knollensellerieblätter fein hacken und portionsweise einfrieren – ihr intensives Aroma bereichert viele Gerichte.
Leaf-to-Root mit Gemüse- und Obstschalen
Ein Einstieg: Schalen mitessen. Bei Karotten oder Äpfeln unkompliziert, bei Zwiebeln oder Spargel kreativ. Hier bewährte Ideen:
- Direkt essen, wenn essbar.
- Zu Gemüsefond kochen – auch aus Brokkolienden.
- Trocknen oder als Gemüsechips backen.
- Bio-Zitrus-Schalen abreiben und einfrieren für Aromen.
Utopia-Rezepte mit Schalen:
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- Orangenschalen nicht wegwerfen: So kannst du sie weiterverwenden
- Apfelschalen verwerten: 5 Rezepte und Ideen
- Spargelsuppe aus Schale: Ein einfaches Rezept
- Zwiebelschale: 5 erstaunliche Anwendungen
Tipp: Bananenschalen sind vielseitig – nicht nur als Dünger, sondern essbar.
Leaf-to-Root-Rezept: Bananenschalen-Kuchen
Bananenschalen-Kuchen
- Zubereitung: ca. 20 Minuten
- Koch-/Backzeit: ca. 40 Minuten
- Menge: 12 Portion(en)
Zutaten:
- Fett für die Form
- 3 Bananenschalen
- 40 ml Wasser
- 2 Eier
- 150 g Zucker
- 50 g weiche (vegane) Butter
- 150 g Mehl
- 3 TL Backpulver
- 1 Prise(n) Salz
- Schokoraspeln, gehackte Nüsse, Beeren, Kirschen...
Zubereitung
- Fette eine Springform oder quadratische Backform (ca. 25 x 25 cm) ein.
- Schneide die Bananenschalen in Stücke und püriere sie mit dem Wasser zu einem Brei. Der Brei wird schnell braun – das ist normal. Tipp: Bananen anderweitig verwerten oder einfrieren für Nicecream. Oder eine Banane zerdrücken statt Eier, Zucker reduzieren.
- Trenne die Eier.
- Schlage Eigelbe mit Zucker und Butter cremig.
- Rühre Bananenschalen-Brei unter.
- Mische Mehl und Backpulver unter.
- Schlage Eiweiß mit Salz steif und hebe unter.
- Füge optional Schokoraspeln, Nüsse, Beeren oder Kirschen hinzu – vorsichtig rühren.
- Fülle in die Form, backe bei 180 °C Ober-/Unterhitze ca. 40 Min. Stäbchenprobe prüfen.
Leaf-to-Root-Küche: Blüten, Knospen, Stängel und Kerne
Weitere Teile nutzen:
Blüten und Knospen: Essbare Blüten für Salate. Schnittlauch- oder Bärlauchknospen einlegen als Kapernersatz.
Stängel und Strünke:
- Mangold- oder Spinatstängel fein schneiden oder länger kochen.
- Petersilienstängel mitkochen.
- Brokkoli- oder Blumenkohlstrünke entholzen und garen.
Kerne:
- Kürbiskerne rösten.
- Papaya-Kerne als Pfefferersatz.
Leaf-to-Root: Wichtige Hinweise
Nicht alles ist essbar. Achtung bei:
- Kartoffelschalen: Solanin, besonders bei grünen Stellen schälen.
- Tomatenstängel: Solanin-haltig.
- Nitratreiche Blätter (Rote Bete, Spinat): Blanchieren und Wasser abgießen.
- Rhabarberblätter: Oxalsäure meiden. Bei Spinat & Co. kochen reduzieren.
Testen Sie neue Teile in kleinen Mengen und orientieren Sie sich an bewährten Rezepten.