Pandan stammt ursprünglich aus Ostasien und hat sich in Europa zu einem echten Foodtrend entwickelt. Als Ernährungsexpertin kläre ich, was hinter den leuchtend grünen Blättern steckt und ob der Hype gerechtfertigt ist.
Die schwertförmigen Pandanblätter überzeugen mit einem intensiv süßen, vanilleähnlichen Aroma – kein Wunder, dass sie als "ostasiatische Vanille" gelten.
In Ländern wie Sri Lanka, Thailand oder Japan verleihen sie sowohl süßen als auch herzhaften Gerichten ein besonderes Flair. In Europa feiert Pandan als Superfood seinen Siegeszug und verspricht reichlich Nährstoffe. Doch hält der Hype einer kritischen Prüfung stand?
Pandan: Herkunft, Verwendung und Nachhaltigkeit
In der asiatischen Küche dienen Pandanblätter primär als Gewürz. Fügen Sie sie einem Reisgericht, Nudelcurry oder ähnlichem hinzu, lassen Sie sie mitköcheln und entfernen Sie sie vor dem Servieren. Beliebt sind auch in Pandanblättern gewickelte Fisch- oder Fleischspeisen – eine traditionelle Delikatesse.
Dank des vanilligen Dufts eignet sich Pandan ideal für Süßspeisen. Es färbt Pancakes, Kuchen, Kekse oder Cremes natürlich knallgrün. Für Desserts empfehle ich Pandanpaste. In Deutschland finden Sie Paste, Extrakt, tiefgefrorene Blätter oder grünes Pulver vor allem in Asia-Märkten. Die essbaren Früchte der Pflanze gibt es ebenfalls als Paste – mit starkem Vanillearoma, aber ohne grüne Färbung und noch selten hier erhältlich. Aus den Blättern brauen Sie zudem einen aromatischen Tee.
Die Produkte kommen meist aus Südostasien, was lange Transportwege und eine schlechte Ökobilanz bedeutet. Verarbeiten zu Frost, Pulver oder Paste erfordert viel Energie und Aufwand. Bio-Qualität ist rar, was Pestizide und Kunstdünger riskant macht.
Aus ökologischer Sicht ist Pandan in Deutschland daher fragwürdig. Nutzen Sie es sparsam oder greifen Sie zu regionalen Alternativen. Für grüne Kuchen eignet sich Spinat als natürlicher Farbstoff – geschmacksneutral und leuchtend grün.
Pandan als Superfood: Wie gesund ist es wirklich?
Pandan soll nicht nur aromatisieren und färben, sondern auch gesundheitlich punkten. Die Fruchtpaste liefert pro 100 Gramm rund 320 Kilokalorien, 2,2 Gramm Eiweiß sowie Calcium, Phosphor, Eisen, Thiamin und Beta-Carotin. In der Praxis kommt jedoch nur eine winzige Menge zum Einsatz – zu wenig für nennenswerte Nährstoffbeiträge.
Zu den Blättern fehlen präzise Nährwertangaben. Da sie meist nur aromatisch mitkochen und entfernt werden, tragen sie kaum zur Versorgung bei.
In der ayurvedischen Medizin gilt Pandan als Heilpflanze gegen Kopfschmerzen, Rheuma, Erkältungen, Epilepsie, Hepatitis oder für bessere Wundheilung. Wissenschaftliche Belege fehlen jedoch bislang.