DeuAq.com >> Leben >  >> Lebensmittel

Ernährungsbedingte Anämie: Vorbeugung, Diagnose und effektive Behandlung

Ernährungsbedingte Anämie: Vorbeugung, Diagnose und effektive BehandlungAnämie beschreibt einen Zustand mit erniedrigtem Hämoglobinwert (Hb) in den roten Blutkörperchen (RBC), die Sauerstoff zu Geweben und Organen transportieren. Sie kann durch chronische Erkrankungen wie Herz- oder Nierenerkrankungen, Arthritis, Darmentzündungen, Krebserkrankungen, hämato-logische Störungen, Hämolyse, Knochenmarkinsuffizienz, genetische Defekte (Thalassämie, Sichelzellanämie) oder Infektionen (Tuberkulose, HIV) entstehen. Ernährungs-mängel sind jedoch die häufigste und am leichtesten behandelbare Ursache. Weltweit leiden über zwei Milliarden Menschen darunter. Laut National Family Health Survey-5 ist die Prävalenz in Indien mit 39,86 % der globalen Fälle am höchsten: 59 % der Kinder, 53 % der Nichtschwangeren und 50 % der Schwangeren sind betroffen.

Ein Mangel an Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure führt zu ernährungsbedingter Anämie – durch unzureichende Zufuhr, erhöhten Verlust oder gesteigerten Bedarf in Schwangerschaft und Stillzeit.

In Indien fehlt vielen eine ausgewogene Ernährung mit diesen Nährstoffen. Hakenwurminfektionen in Entwicklungsländern verschärfen das Problem durch reduzierte Aufnahme und erhöhten Verlust. Chronische Darmerkrankungen (Zöliakie, Morbus Crohn), Helicobacter-pylori-Infektionen oder Magenbypass-Operationen behindern die Resorption.

Auch Blutverluste, z. B. starke Menstruationen bei Frauen im gebärfähigen Alter, verursachen Eisenmangelanämie. Bei Älteren und Männern weist Eisenmangel oft auf ernste Erkrankungen wie GI-Tumore hin und erfordert rasche Abklärung. Chronischer Blutverlust führt zu Eisenmangel, B12- oder Folsäuremangel tritt bei Mangelernährung (z. B. Veganer) oder Malabsorption auf.


Schwangere und Stillende sind besonders gefährdet. In der Frühschwangerschaft verursacht Flüssigkeitsretention eine physiologische Hämodilution. Der Eisenbedarf steigt mit dem Fetuswachstum. Häufige oder Mehrlingsschwangerschaften ohne Supplementierung erhöhen das Risiko. Eisenmangel in der Schwangerschaft birgt Gefahren wie Wachstumsretardierung, Fehlgeburten, Frühgeburten sowie mütterliche und kindliche Mortalität. Stillende Mütter haben ebenfalls einen hohen Bedarf.

Symptome der ernährungsbedingten Anämie:

- Allgemeine Müdigkeit und Schwäche
- Reizbarkeit, Gedächtnisstörungen
- Kurzatmigkeit, Herzrasen
- Blasse Haut
- Haarausfall, brüchige Nägel
- Kribbeln, Taubheitsgefühle in Händen und Füßen
- Heißhunger auf Kreide, Eis oder Schlamm (Pika)
- Geschwüre auf Zunge oder Lippen
- Kälteempfindlichkeit
- Schwindel, Kopfschmerzen

Diagnose:

- Vollständiges Blutbild (CBC) und Blutausstrich: Erste Schritte zur Beurteilung von RBC-Anomalien, Hb sowie Größe, Volumen, Farbe, Form und Zahl der Erythrozyten. WBC und Thrombozyten deuten auf Hämatologie hin.

- Serum-Eisen-Status: Eisen, Ferritin, TIBC, Sättigung

- Vitamin B12- und Folsäure-Spiegel

- Stuhl auf okkultes Blut/Parasiten

- Endoskopie/Koloskopie bei GI-Blutung

- Ultraschall/Bildgebung bei Myomen etc.

Vorbeugung und Behandlung

Der Schlüssel ist eine nährstoffreiche Ernährung mit Eisen, B12 und Folsäure. Schwangere und Stillende decken den Mehrbedarf ab – Vitamin C fördert die Eisenaufnahme.

Eisenquellen: Fleisch, Meeresfrüchte, Eier, Hülsenfrüchte, Spinat, Nüsse, Rosinen, Blattgemüse. B12: Fleisch, Fisch, Eier, Milch. Folsäure: Blattgemüse, Bohnen, Sprossen, Kichererbsen, Brokkoli. Angereichertes Getreide hilft.

Bei Mangel reicht Ernährung allein nicht; Supplemente (oral/injektiv) sind essenziell. Behandeln Sie Ursachen wie Blutungen, Parasiten oder Menstruationsstörungen.

Statistiken mahnen: Nutzen Sie sie für Aufklärung und Prävention, um Mortalität und Morbidität zu senken.

Dr. Amrita Chakrabarti, Beraterin – Hämatologie, Hämo-Onkologie und Knochenmarktransplantation, Max Hospital, Shalimar Bagh