Als Experten für nachhaltige Lebensmittel wissen wir: Cascara ist das essbare Fruchtfleisch der Kaffeekirsche. Seit Mai 2022 ist es in der EU als traditionelles Lebensmittel zugelassen. Hier erfahren Sie, was Cascara ist, wie es wirkt und worauf Sie beim Kauf und der Zubereitung achten sollten.
Kaffeekirschen stammen von der Kaffeepflanze und ähneln optisch unseren heimischen Kirschen. Sie zählen zum Steinobst, und das saftige Fruchtfleisch der reifen Früchte heißt Cascara – essbar und vielseitig einsetzbar.
Vor einigen Jahren waren Cascara-Getränke in Deutschland erhältlich, doch die EU klassifizierte es als Novel Food (neuartiges Lebensmittel), da es vor 1997 kaum in der EU konsumiert wurde. Solche Produkte erfordern eine spezielle Zulassung, anders als traditionelle Lebensmittel.
Seit Mai 2022 gilt Cascara dank der Novel-Food-Verordnung als traditionelles Lebensmittel aus Drittländern und ist legal im deutschen Handel verfügbar.
Cascara: Zubereitung und Geschmack
Cascara gibt es als fertiges Getränk oder getrocknet. Das fertige Produkt ist ein teeähnlicher Aufguss aus dem Fruchtfleisch.
Für selbstgemachten Cascara-Tee gehen Sie so vor:
- Geben Sie bis zu sechs Gramm getrocknetes Fruchtfleisch in 100 Milliliter heißes Wasser und lassen Sie es einige Minuten ziehen.
- Seihen Sie den Aufguss ab und servieren Sie ihn ohne Pulpe.
Nach mittelamerikanischer Art verfeinern Sie den Tee mit Milch und Honig. Im Jemen kommen Zimt, Ingwer, Kardamom und Kaffeeschalen hinzu – ideal mit pflanzlicher Milch und Süße genießen.
Pur schmeckt Cascara wie fruchtiger Tee: je nach Kaffeesorte süßlich oder herb. Die bittere Schale eignet sich nicht zum Essen.
Cascara: Wirkung, Koffein und Nachhaltigkeit
Wie Kaffeebohnen enthält Cascara Koffein. Laut Verbraucherzentrale kann ein Aufguss sogar mehr Koffein als Kaffee bieten. Schwangere, Stillende und Kinder sollten koffeinstarke Varianten meiden. Ab 150 mg Koffein pro Liter muss dies auf der Verpackung stehen.
Cascara reist weit aus Anbaugebieten wie Brasilien, Indonesien, Kolumbien oder Mexiko – die Ökobilanz ist daher herausfordernd.
Positiv: Es ist ein Nebenprodukt der Kaffeeernte. Der Verkauf schafft Kaffeebauern Einnahmen. Wählen Sie Fair-Trade-Produkte für faire Löhne und Bio-Qualität (z. B. Demeter, Bioland, Naturland) gegen Pestizide.