Wunderlauch, der enge Verwandte des Bärlauchs, überzeugt durch intensiven Geschmack und gesundheitliche Vorteile. Hier erfahren Sie von Expertin Elisabeth Von Sydow, worauf es beim Erkennen, Sammeln und Verwenden in der kalten Küche ankommt.
Wunderlauch sicher erkennen
Wunderlauch, auch Berliner Bärlauch genannt, stammt aus dem Kaukasus und hat sich in Mitteleuropa stark verbreitet. Der intensive Knoblauch- oder Zwiebelgeruch ist das markanteste Merkmal.
Optisch zeigt er schmale, grasähnliche grüne Blätter ohne Stiel, die direkt aus der Zwiebel wachsen, sowie weiße Blüten. Die Pflanze erreicht bis zu 30 Zentimeter Höhe. Im Gegensatz zum echten Bärlauch mit breiten Blättern sind die des Wunderlauchs schmaler.
Wichtiger Hinweis: Verwechseln Sie Wunderlauch nicht mit den giftigen Maiglöckchen. Deren Blätter wachsen aus einem Stängel, und der typische Lauchgeruch fehlt.
Wunderlauch finden, sammeln und verarbeiten
Von April bis Mai blüht Wunderlauch in Flussauen, Wäldern und Parks. Sammeln Sie ihn in Wäldern, meiden Sie aber gespritzte Felder oder hundefräquente Areale.
Tipp: Im Garten vermeiden – als invasiver Neophyt breitet er sich unkontrolliert aus.
Die gesamte Pflanze – Blätter, Blütenknospen und Zwiebel – ist essbar und ideal für die kalte Küche. Erhitzen Sie sie nicht, um das Aroma zu erhalten. Frisch nicht möglich? Einfach einfrieren.
Sein milder Geschmack erinnert an Schnittlauch oder Bärlauch und passt perfekt zu Pesto, Kräuterbutter, Frischkäse oder Quark.
Wunderlauch-Pesto: Einfaches Rezept
Das vielseitige Pesto eignet sich zu Nudeln, Brot oder Salat und ist schnell zubereitet.
Zutaten für ein Glas: 200 Gramm Wunderlauch, 250 Milliliter Rapsöl oder Olivenöl, 4 Esslöffel Nüsse oder Kerne (Haselnüsse, Walnüsse, Pinienkerne, Sonnenblumenkerne), eine Prise Salz.
- Waschen Sie den Wunderlauch und schneiden Sie ihn klein.
- Zerkleinern und in etwas Öl anrösten Sie die Nüsse/Kerne.
- Vermengen Sie alles mit dem Öl.
- Pürieren Sie im Mixer zu einer homogenen Masse und würzen Sie mit Salz ab.
Verschlossenes Glas im Kühlschrank: ca. 2 Wochen haltbar.
Inhaltsstoffe und gesundheitliche Wirkungen
Wunderlauch ist reich an Allicin, ätherischen Ölen, entzündungshemmenden und antibakteriellen Flavonoiden sowie Vitamin C. Er regt den Appetit an, senkt Blutdruck und Cholesterin und stärkt das Immunsystem.
Bei Verdauungsbeschwerden hilft er dank Allicin, das Darmpilze bekämpft. Obwohl wissenschaftliche Studien fehlen, gilt das Kraut als unbedenklich und unterstützend.
Dieser Beitrag stammt von Elisabeth Von Sydow, erfahrener Expertin für Wildkräuter und natürmedizinische Anwendungen.