Der Verzehr gekeimter Kartoffeln kann gesundheitliche Risiken bergen. Basierend auf Erkenntnissen des Bundeszentrums für Ernährung (BfE) und Öko-Test erklären wir, wann Sie Kartoffeln entsorgen sollten und wann sie noch essbar sind.
Wenn Kartoffeln zu lange oder ungünstig gelagert werden, bilden sie Keime. Viele fragen sich: Sind gekeimte Kartoffeln essbar? Die Antwort ist nuanciert, da sich in den Keimen der Giftstoff Solanin anreichert – ein natürlicher Schutzmechanismus der Pflanze.
Gekeimte Kartoffeln: Erhöhtes Solanin-Risiko
Laut BfE ist Solanin ein bittrig schmeckender Giftstoff, der in hohen Dosen schwere Symptome wie brennenden Hals, Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall, Übelkeit, Darmentzündungen oder Nierenreizungen verursachen kann. In Extremfällen drohen Atembeschwerden, Kreislaufstörungen und neurologische Probleme. Mehr Infos: Solanin in Gemüse: Was du zu dem Giftstoff wissen musst
Das BfE gibt an: Eine Vergiftung tritt erst bei 1 mg Solanin pro kg Körpergewicht auf. Frische Kartoffeln sind sicher, da ihr Solaningehalt niedrig ist. Bei Keimen jedoch reichern sich Solanin und verwandte Glykoalkaloide an, warnt Öko-Test. Gekeimte Kartoffeln sind daher nicht immer unbedenklich.
Gekeimte Kartoffeln sicher essen: Praktische Tipps
Öko-Test rät: Bei vielen großen Keimen entsorgen – idealerweise im Biomüll. Bei wenigen kleinen Keimen (kürzer als 1 cm) sind sie essbar, aber immer schälen: Das reduziert Solanin um bis zu 75 %. Grüne Stellen ebenfalls entfernen, da sie Solanin enthalten. Bei starker Grünfärbung wegwerfen.
Keime verhindern: Optimale Kartoffellagerung
Vermeiden Sie Keime und Grünfärbung durch richtige Lagerung:
- Kühl (5–8 °C), trocken und dunkel lagern – Licht fördert Solaninbildung (BfE).
- Ab 10 °C keimen Kartoffeln leicht.
- Bitter schmeckende Kartoffeln sofort entsorgen – Zeichen für hohen Solaningehalt.
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