Drillinge-Kartoffeln sind winzige Knollen, die aufgrund ihrer geringen Größe oft aussortiert werden. Dabei bieten sie als erfahrene Köche und Ernährungsexperten wissen, ein unschlagbares Geschmackserlebnis.
Drillinge sind keine eigene Sorte, sondern eine Größenklasse: Sie messen weniger als 30 bis 35 Millimeter. Bis 2011 war die Kennzeichnung als "Drillinge" Pflicht, heute freiwillig.
Der Ursprung des Namens ist unklar: Möglicherweise vom niederländischen "drol" (Zwerg) oder vom Drillen – dem Einpflanzen von Pflanzkartoffeln. Drillinge eignen sich hervorragend als Setzkartoffeln.
Drillinge-Kartoffeln: Zu klein für den Teller?
Wie bei vielen Obst- und Gemüsesorten gibt es ein ideales Aussehen: mittelgroß, glatt, ohne Dellen oder Schorf. Drillinge passen nicht ins Schema und werden deshalb häufig sortiert. Laut WWF landen 30 bis 35 Prozent der ökologisch angebauten Kartoffeln in Deutschland vor dem Verkauf auf dem Abfallhaufen. Der genaue Anteil an Drillingen ist unbekannt. Bei konventionellem Anbau ist er geringer, da Dünger und Pestizide normgerechte Knollen fördern – doch das schadet dem Boden langfristig.
Der Verbleib der Aussortierten ist oft undurchsichtig: Manche werden zu Stärke verarbeitet, andere in Biogasanlagen oder als Tierfutter genutzt. Für Bauern bedeutet das Einnahmeverluste, da sie unter Wert verkaufen müssen.
Konsumenten verpassen damit wertvolle, gesunde Produkte. Viele aussortierte Kartoffeln, inklusive Drillinge, sind geschmacklich und nährstoffreich top. Der WWF schätzt, dass in Deutschland jährlich 1,4 Millionen Tonnen Kartoffelabfälle vermeidbar wären – von der Sortierung bis zum Haushalt.
Mit Drillinge-Kartoffeln gegen Lebensmittelverschwendung: So finden Sie sie
Glücklicherweise gelangen Drillinge nicht immer in den Abfall: Viele Supermärkte bieten sie saisonal an, oft importiert. Deutsche Bio-Drillinge gibt es z. B. bei tegut.
Auf Wochenmärkten oder direkt beim Kartoffelbauern lohnt der Blick. Kurze Lieferketten bedeuten: Frischeres Produkt, bessere Vergütung für Erzeuger und weniger CO₂ durch Transport.
Tipps zum Kauf von Drillinge-Kartoffeln
Schälen ist bei Drillingen zeitaufwendig – doch ihre dünne Schale ist essbar, ideal bei Bio-Qualität. Konventionelle Kartoffeln werden mit Chlorpropham behandelt, um Keimen vorzubeugen. Die Verbraucherzentrale Bayern warnt vor krebserregendem Potenzial, wenngleich das Bundesinstitut für Risikobewertung die Mengen als unbedenklich einstuft.
Greifen Sie zu ungewaschenen Drillingen: Eine Erdschicht schützt vor Licht, erhöht die Haltbarkeit und verhindert Schädlingsbefall. Waschen verursacht Mikroverletzungen, die Feuchtigkeit zieht Pilze an, erklärt der WWF.
Drillinge-Kartoffeln zubereiten: Unsere bewährten Tipps
Meist festkochend eignen sich Drillinge als Beilage, Bratkartoffeln oder Ofenkartoffeln. Bei Bio und ungewaschen: Erde abspülen, Makel entfernen – dann mit Schale garen. Sie sind nach 10 bis 15 Minuten weich. Zum Backen halbieren, Schnittfläche nach oben auf ein Blech mit Olivenöl, Salz, Pfeffer, Kräutern – plus Dip für den perfekten Genuss.