Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle im Klimaschutz: Viele Lebensmittel belasten das Klima stark durch ihre Produktion. Basierend auf Daten von Öko-Test und WWF stellen wir die sechs klimaschädlichsten Lebensmittel vor und geben praxisnahe Tipps, wie Sie Ihre Ernährung umweltfreundlicher gestalten können.
1. Butter
Obwohl vegetarisch, ist Butter der absolute Klimakiller. Laut Öko-Test entstehen bei der konventionellen Produktion eines Kilogramms Butter etwa 24 Kilogramm CO₂-Äquivalente. CO₂-Äquivalente messen den Klimawirkungspotenzial eines Treibhausgases wie Methan im Vergleich zu CO₂ und quantifizieren so den Beitrag zum Treibhauseffekt.
Der Grund: Für ein Kilo Butter werden rund 18 Liter Milch benötigt, was extra Milchkühe und Tierfutter erfordert. Schon die Futterproduktion sowie das Methan aus der Kuhverdauung – klimaschädlicher als CO₂ – treiben die Emissionen in die Höhe.
2. Rindfleisch
Rindfleisch führt unter den Fleischsorten mit etwa 13 Kilogramm CO₂-Äquivalenten – viermal so viel wie Geflügel oder Schweinefleisch. Die intensive Rinderhaltung ist verantwortlich; nur kürzere Mastzeiten halten den Wert unter dem von Butter. Zudem rangiert Rindfleisch weltweit Platz 3 beim Wasserverbrauch, nach Kakao und Kaffee.
3. Noch mehr von der Kuh: Käse und Sahne
Weitere Milchprodukte wie Käse (durchschnittlich 8,5 kg CO₂-Äquivalente) und Sahne (7,6 kg) schaden dem Klima ebenfalls. Tipp: Wählen Sie fettarme Varianten, da höherer Fettgehalt mehr Milch erfordert.
Besser für Klima und Tiere: Pflanzliche Alternativen wie Milchersatzprodukte, vegane Sahne oder veganer Käse – heute in jedem Supermarkt erhältlich.
4. Vegan, aber klimaschädlich: Tiefkühl-Pommes
Mit 5,7 kg CO₂-Äquivalenten landen oft vegane Tiefkühlpommes auf Platz 4. Nicht die Kartoffeln, sondern Trocknen, Frittieren und Einfrieren verursachen hohe Energieemissionen. Ähnlich bei Kartoffelbrei-Pulver (ca. 3,8 kg).
Alternative: Selbst machen – klimafreundlicher und gesünder. Rezepte: Kartoffelbrei selber machen: Ein schnelles und einfaches Rezept und Pommes selber machen: Anleitung und ein fettarmes Rezept.
5. Schokolade
Die Leckerei verursacht 3,5 kg CO₂-Äquivalente pro Kilo durch Milchanteil und oft Palmöl: Regenwaldrodung setzt gespeicherten Kohlenstoff als CO₂ frei. Kakao braucht zudem enorm viel Wasser (bis 27.000 Liter pro kg Bohnen).
- Milchproduktion emittiert Treibhausgase.
- Palmölplantagen zerstören Regenwälder.
Tipps: Palmölarm wählen, vegane Schokoladen bevorzugen und Fairtrade-Siegel suchen. Mehr: Fairtrade-Schokolade: die wichtigsten Siegel.
6. Schweinefleisch und Geflügel
Mit ca. 3,4 kg CO₂-Äquivalenten weniger schädlich als Rind, aber immer noch problematisch durch Futterimporte und Rodung für Anbauflächen (z. B. Brasilien).
Reduzieren Sie Fleisch schrittweise: Meatless Monday einführen oder pflanzliche Mahlzeiten. Ideen: 10 Tipps um ein bisschen veganer zu werden, Schnelle vegane Rezepte: vegan kochen für Eilige, Vegan kochen ohne Ersatzprodukte, Veganes Frühstück: unsere besten Rezepte. Kein Muss, vegetarisch oder vegan zu werden – kleine Schritte zählen.
Quellen: WWF / Zukunftsfelder Agrarforum Leipzig