Ist frittiertes Essen immer ungesund? Nicht zwingend. Als Experten für Ernährung und Fettwissenschaft zeigen wir Ihnen, welches Öl ideal zum Frittieren geeignet ist und wie Sie gesund vorgehen.
Was passiert beim Frittieren?
Frittiertes Essen begeistert weltweit durch seine knusprige Hülle, die Zartheit und Saftigkeit im Inneren bewahrt. Die Aromen der Zutaten bleiben dabei oft hervorragend erhalten.
Anfang 2022 war Sonnenblumenöl in Supermärkten knapp. Hier erfahren Sie bewährte Alternativen und ihren optimalen Einsatz. Tipp: Sie können auch ohne Öl braten.
Welches Öl ist am besten zum Frittieren geeignet?
Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Fettwissenschaft (DGF) eignen sich grundsätzlich alle Öle und Fette zum Frittieren – vorausgesetzt, sie passen geschmacklich zu den Zutaten.
Beim Frittieren herrschen hohe Temperaturen von rund 170 °C. Wählen Sie Öle, die diesen standhalten, ohne zu rauchen. Rauchentwicklung setzt Acrolein frei – einen gesundheitsschädlichen Stoff mit stechendem Geruch.
- Native Öle wie Rapsöl oder natives Olivenöl haben einen niedrigeren Rauchpunkt als raffinierte Varianten.
- Raffiniertes Öl, z. B. raffiniertes Olivenöl, ist hitzebeständig und gesund – oft als Bratöl gekennzeichnet.
Beim Raffinieren (Heißenpressung) werden unerwünschte Stoffe entfernt, was die Öle universell und hitzestabil macht. Native Öle entstehen durch schonende Kaltpressung, behalten Aromen, sind aber für Salate besser geeignet als für eine Portion Pommes.
Erdnuss- und Sesamöl punkten mit hohem Rauchpunkt. Suchen Sie gezielt nach „Frittieröl“ – meist Erdnussöl.
Wie frittiere ich gesund?
Das Öl muss bei ca. 170 °C sein: So entsteht schnell eine Kruste, die Fettaufnahme minimiert. Bei zu niedrigen Temperaturen saugt das Essen Fett auf – besonders bei Ölen mit viel Omega-6 und wenig Omega-3.
Die DGF betont: Beim Abkühlen saugt Essen bis zu 80 % des Fetts auf. Lassen Sie Frittiertes daher warm ausreichend abtropfen.
Achtung: Über 170 °C kann krebserregender Acrylamid entstehen.
Wie lagere und entsorge ich Öl richtig?
Öl nicht nach jedem Mal wegwerfen – es hält sich bis zu sechs Mal. Füllen Sie es in ein Schraubglas, lagern Sie lichtgeschützt und kühl. So bleibt es monatelang haltbar.
Tipp: Sieben Sie Essensreste mit Sieb oder Kaffeefilter heraus – verlängert die Haltbarkeit.
Dunkle Färbung ist harmlos. Entsorgen Sie erst bei:
- Untypischem Geruch oder Geschmack.
- Schnellem Rauchen oder Schäumen beim Erhitzen.
Niemals ins Abflussrohr gießen – verstopft Rohre. Kein Kompost oder Biomüll. Stattdessen:
- In Originalbehälter füllen, Restmüll.
- Mit Altpapier oder Sägespänen aufsaugen.
- Größere Mengen auf dem Recycling-Hof abgeben.
Mehr Infos: Speiseöl entsorgen: Wohin mit dem abgelaufenen Öl?