Espresso, Caffè Latte oder Cappuccino: Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2017 greifen 62 % der Weltbevölkerung alle 2–3 Tage zu mindestens einem Kaffeegetränk. Viele Läufer trinken Kaffee vor dem Training, da ihm nachgesagt wird, er wirke als natürlicher Leistungsverstärker – schneller laufen, mehr Ausdauer. Aber hält die Wissenschaft das aus?
So wirkt Koffein im Körper
Koffein ist der Kick im Kaffee. Es stimuliert das zentrale Nervensystem, indem es die Noradrenalin-Produktion im Gehirn ankurbelt – leistungssteigernd und wachmachend. Ideal nach einer kurzen Nacht oder gegen das Nachmittagstief. Die volle Wirkung entfaltet sich etwa 30 Minuten nach dem Trinken.

Kaffee und seine vielfältigen Effekte auf den Körper
- Reich an Antioxidantien stärkt Kaffee das Immunsystem.
- Kurzfristig steigt die Körpertemperatur durch geförderte Thermogenese, was den Stoffwechsel ankurbelt und mehr Kalorien verbrennen lässt.
- Blutdruck steigt vorübergehend – problematisch bei Hypertonie, da Koffein den Herzschlag beschleunigt und Gefäße erweitert. Bei normalem Blutdruck kann es jedoch das Herz positiv beeinflussen.
- Bronchiolen in der Lunge weiten sich, was die Atmung erleichtert.
- Häufigere Toilettengänge: Koffein aktiviert die Nieren und fördert Urinproduktion.
- Peristaltik wird angeregt – auf nüchternen Magen ideal gegen Verstopfung.
- Schmerzlindernd: In Medikamenten gegen Kopfschmerzen als Zusatzstoff.

Steigert Kaffee die Ausdauerleistung?
Schwarzer Kaffee ist bei Ausdauersportlern ein Favorit. Eine Meta-Analyse im International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism zu neun Studien zeigt: In fünf Fällen verbesserten Athleten bei Laufen und Radfahren ihre Ausdauer und Leistung durch Koffein. Es reduziert zudem die gefühlte Anstrengung und erleichtert die Atmung. Keine klaren Belege für Kraftzuwachs.
Gut zu wissen: Kaffee zählt nicht zum täglichen Flüssigkeitsbedarf.
Kaffee vor dem Training: Dosierung ist entscheidend
Ein Espresso oder eine Tasse schwarzer Kaffee reicht vor dem Laufen aus. Maximal drei pro Tag – Überdosierung kann schaden. Testen Sie, ob es zu Ihnen passt, besonders bei empfindlichem Magen.
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