Trotz gängiger Vorurteile bietet der Winter eine reiche Auswahl an regionalem und saisonalem Gemüse. Basierend auf bewährter Expertise zeigen wir Ihnen, wie Sie sich in der kalten Jahreszeit abwechslungsreich und gesund mit Produkten aus der Region versorgen können.
Im Supermarkt sind das ganze Jahr Produkte wie Tomaten, Gurken, Erdbeeren und Spargel verfügbar. Doch diese stammen im Winter meist aus Importen aus Spanien oder Südamerika – mit hohen Umwelt- und Klimakosten.
Zwar schrumpfen die Regale ohne Importware spürbar, doch Monate nur mit Kohl auszukommen ist unnötig. Eine saisonale, regionale Ernährung bleibt auch im Winter vielfältig und genussvoll.
Was kennzeichnet saisonale und regionale Ernährung?
Saisonale Ernährung bedeutet, Lebensmittel zu wählen, die in der jeweiligen Jahreszeit umweltverträglich in Ihrer Region angebaut werden.
Beispiel Erdbeeren: Im Freiland reifen sie bei uns typischerweise im Juni und Juli. Winter-Erdbeeren aus der Region stammen aus energieintensiven Gewächshäusern.
Der Preis von Wintertomaten
Tomaten sind ganzjährig beliebt, doch regional frisch nur von August bis Oktober. Wintertomaten im Supermarkt kommen meist aus den Niederlanden, Frankreich oder Spanien – aus energiehungrigen Gewächshäusern mit hohem Wasserverbrauch, der in Regionen wie Südspanien die Knappheit verschärft.
Um El Ejido entsteht ein Plastikmeer aus Gewächshäusern, das Lebensräume zerstört und Meere verschmutzt. Lange Transporte nach Deutschland emittieren massiv CO₂. Zudem sorgen ausbeuterische Arbeitsbedingungen für Skandale.
So ernähren Sie sich regional und saisonal im Winter
Der Winter bietet vielfältiges, vielseitiges Gemüse:
- Kohlsorten wie Grün-, Weiß-, Rot-, Rosen-, Wirsing-, Spitz- oder Chinakohl: Frisch oder als Lagerware erhältlich. Reich an Vitaminen und Mineralstoffen, ideal für Gerichte wie Rosenkohl-Curry oder Wirsingnudeln.
- Knollen und Wurzeln: Schwarzwurzeln, Topinambur, Pastinaken, Steckrüben und Rote Bete.
- Lauch und Zwiebeln als Basis für Gemüseeintopf und Suppen.
- Herbstgemüse wie Karotten, Kartoffeln und Kürbisse als regionale Lagerware.
- Wintersalate: Feldsalat, Chicorée, Radicchio, Endiviensalat oder Portulak.
- Champignons ganzjährig regional, z. B. in Champignon-Risotto oder Champignoncremesuppe.
Zu regionalem Winterobst zählen Äpfel, Birnen und Quitten. Diese lagern sich gut; Quitten konservieren Sie nach der Novemberernte. Tipps dazu folgen.
Beschriebene Saisonkalender für Wintermonate finden Sie hier:
- November
- Dezember
- Januar
- Februar
- März
Einkaufstipps für den Winter
Seltene Sorten wie Steckrüben oder Schwarzwurzeln fehlen oft in Supermärkten. Besser: Hofläden, Wochenmärkte, Biokisten, solidarische Landwirtschaft oder lokale Initiativen. So unterstützen Sie die Region, minimieren CO₂ und erhalten Insiderwissen.
Achten Sie auf Bio-Siegel wie Demeter, Bioland oder Naturland, um Kunstdünger und Pestizide zu vermeiden.
Regionales Obst und Gemüse lagern und konservieren
Vorsorge lohnt: Sommer- und Herbstprodukte haltbar machen.
Für Beeren, Paprika, Tomaten, Zucchini:
- Einkochen: Obst, Zucchini, Spargel.
- Einlegen: Paprika, Wassermelone.
- Fermentieren: Radieschen, Kimchi.
- Einfrieren: Kirschen, Paprika.
Gerichte konservieren: Suppe einkochen, Pesto einfrieren, Saft und Smoothie einfrieren. Mehr: 18 Lebensmittel, die du einfach einfrieren kannst.
Herbstprodukte lagern:
- Unverletzte Exemplare wählen.
- 2–7 °C, 90–95 % Luftfeuchtigkeit gegen Atmung und Verdunstung.
- Wurzelgemüse in feuchtem Sand.
- Kartoffeln ungewaschen, kühl, dunkel. Tipps: Kartoffeln lagern: Mit diesen 7 Tipps bleiben sie lange frisch.
- Äpfel: 3–6 °C, hochfeucht, einlagig.
- Kohl im Beet bis -10 °C.
- Topinambur, Schwarzwurzel im Erdreich ernten.