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Korkiger Wein: Ursachen erkennen und professionell retten

Sie öffnen eine Flasche Wein und spüren den typischen muffigen Geruch? Bleiben Sie ruhig – korkigen Wein müssen Sie nicht entsorgen. Als Weinexperten zeigen wir Ihnen, wie Sie den Korkfehler erkennen und den Wein retten oder sinnvoll verwerten.

Optisch verrät ein korkiger Wein sich nicht: Der Korken bleibt unverändert. Der charakteristische Geruch nach feuchter Pappe oder nassem Karton ist das erste Anzeichen. Fachleute sprechen vom "Korkfehler". Der Wein wirkt dadurch abgestanden und weniger aromatisch.

Praktischer Tipp: Unsicher? Geben Sie etwas Sprudelwasser dazu. Das verstärkt den Geruch und macht den Defekt eindeutig erkennbar.

Warum korkt Wein?

Der Übeltäter ist Trichloranisol (TCA), ein Abbauprodukt, das mit Stoffen im Naturkork reagiert. Unsichtbare Schimmelpilze auf dem Korken setzen diese stark riechende Chemikalie frei. Aktuelle Studien bestätigen: Korkiger Wein ist nicht gesundheitsschädlich, da schädliche Stoffe in zu geringen Mengen vorliegen.

Interessant: Auch Schraubverschlüsse sind nicht immun. TCA kann über Fässer, Schläuche oder Kartons in den Wein gelangen. Feuchtwarme Weinkeller bieten perfekte Bedingungen für Mikroorganismen, die Anisole freisetzen.

So retten Sie korkigen Wein

Bevor Sie den Wein wegschütten: Wischen Sie den Flaschenhals sauber und dekantieren Sie in ein anderes Gefäß. Legen Sie ein Stück Frischhaltefolie hinein – sie bindet das TCA und mildert den Geschmack. Nach 15–20 Minuten schmeckt der Wein oft wieder.

Alternativ: Stellen Sie daraus Essig her. Sie brauchen nur Wein, Wasser und naturtrüben Apfelessig. So geht's:

  1. Nehmen Sie ein sauberes Glasgefäß, spülen und trocknen Sie es gründlich.
  2. Füllen Sie Wein und Wasser ein.
  3. Mischen Sie Apfelessig unter, rühren Sie mit einem Holzlöffel um.
  4. Spannen Sie ein Tuch mit Gummiband als Deckel und lagern Sie warm.
  5. Essigsäurebakterien wandeln den Alkohol um – nach Wochen haben Sie fertigen Essig. Nicht umrühren nötig.

Weiterer Tipp: Fürs Kochen eignet sich milder korkiger Wein noch. Starker Geruch kann jedoch das Gericht verderben. Bei schwachem Defekt testen Sie es. Besser: Tauschen Sie bei Händlern oder Winzern um – oft aus Kulanz.