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Sind Feigen vegan? Die Fakten zur Bestäubung und vegane Alternativen

Obwohl Feigen zu den Obstsorten zählen, sind viele davon nicht vegan. Der Grund liegt in der natürlichen Bestäubung. Als Ernährungs- und Gartensachverständige erklären wir, warum das so ist und welche pflanzlichen Alternativen veganfreundlich sind.

Auf den ersten Blick wirken Feigen als pflanzliche Früchte ideal für eine vegane Ernährung. Streng genommen eignen sich jedoch die meisten Handelsfeigen nicht dafür: Beim Anbau sterben zahlreiche Wespen – und das ist sogar Voraussetzung für die Fruchtbildung. Hier erfährst du die Details.

Warum sind Feigen meist nicht vegan?

Die gängigen Essfeigen (Ficus carica) haben nur weibliche Blüten und benötigen Pollen von der Bocksfeige. Nur Feigenwespen können diesen transportieren.

Die Weibchen dringen in die engen Blüten der Bocksfeige ein, verletzen sich dabei, legen Eier ab und sterben. Aus den Eiern entwickeln sich Larven in Pflanzengallen. Die Männchen sterben nach der Paarung, die Weibchen fliegen weiter und bestäuben beide Feigenarten – und sterben erneut.

Im Inneren der Feige werden die toten Wespen durch das Enzym Ficin zersetzt, sodass keine Rückstände verbleiben. Dennoch gilt: Der Tod der Wespen ist essenziell für den Fruchtansatz. Ob du als Veganer:in Feigen isst, ist eine persönliche Entscheidung. Unsere Expertenratgeber zu Vegan leben: Die wichtigsten Antworten geben weitere Grundlagen.

Gibt es vegane Feigen?

Ja: Parthenokarpe Feigensorten befruchten sich selbst, ohne Wespen. Sie sind in wespenfreien Regionen üblich und lassen sich auch in Deutschland unter passenden Bedingungen anbauen.

Feigenliebhaber können einen solchen Baum im Garten pflanzen. Dazu hilft unser Ratgeber: Feigenbaum pflanzen, pflegen und vermehren: So geht’s.

Im Fachhandel erhältst du Beratung zum lokalen Klima und passenden Sorten wie „Brown Turkey“, „Negronne“ oder „Valle Negra“.