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Gelatine vermeiden: Tierleid, Umweltbelastung und vegane Alternativen

Als Geliermittel ist Gelatine nicht nur in Gummibärchen, sondern in vielen Alltagsprodukten versteckt. Erfahren Sie als Experte für nachhaltige Ernährung, warum dieses tierische Produkt problematisch ist und wie Sie es meiden können.

Im Supermarkt gibt es Gelatine als Pulver oder Blätter. Dieses tierische Geliermittel steckt auch in Fertigprodukten, wo es Volumen oder Textur verbessert – besonders in fettreduzierten Diätprodukten.

Gelatine finden Sie in diesen Produkten:

  • Cremes, Joghurt- und Quarkspeisen
  • Tortenguss
  • Süßigkeiten (wie Marshmallows, Lakritz oder Schokoküsse)
  • Müsliriegeln
  • Sülze und Aspik
  • Tierprodukten
  • Kapseln für Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel
  • Kosmetikprodukten (wie Duschgels, Gesichtscremes oder -masken)

Die Lebensmittelindustrie nutzt Gelatine auch zur Klärung von Saft, Wein, Apfelwein, Essig und Limonaden. Selbst in ausländischem Bier kann sie vorkommen – ohne Deklarationspflicht. Undeutlich findet sie sich zudem in Filmrollen, beschichtetem Druckerpapier oder Streichholzköpfen.

Gelatine: Herstellung aus tierischen Abfällen

Gelatine ist ein Protein-Gemisch tierischen Ursprungs, gewonnen aus Bindegewebe geschlachteter Tiere. Dazu kocht man Schlachtabfälle wie Häute, Knochen, Sehnen, Knorpel oder Bänder in Wasser aus. Das Endprodukt besteht aus:

  • 84 bis 90 Prozent tierischem Eiweiß,
  • einem bis zwei Prozent mineralischen Salzen,
  • einem geringen Anteil Wasser.

In Europa stammt der Großteil der Gelatine von Schweinen, ein kleinerer von Rindern oder Fischen. Hersteller müssen selten die Tierart angeben, wie die Verbraucherzentrale betont. Nur bei Fischgelatine ist dies Pflicht.

Gelatine in der Kritik: Massentierhaltung und Tierschutz

Aus Resten getöteter Tiere hergestellt, wirft Gelatine ernste ethische Fragen auf:

  • Tierhaltung: Massentierhaltung ignoriert artgerechte Bedingungen. Verletzte oder tote Tiere liegen oft im Stall. Selbst Bio-Siegel bei Gummibärchen garantieren kein Tierrecht. Mehr dazu: Was haben die Tiere von Bio-Tierhaltung? Die Mischung aus Schlachtabfällen macht die Herkunft unklar.
  • Transport: Lange Wege zu Schlachthöfen in beengten Lkw führen zu Verletzungen, Stress und Todesfällen.
  • Schlachtung: Betäubung per Gas verursacht Atemnot. Mangelnde Kontrollen führen zu Tierschutzverstößen, wie Tierschützer berichten.

Weitere Nachteile: Schlechte Öko-Bilanz und Ressourcenverbrauch

Die Produktion belastet die Umwelt massiv:

  • Futtermittelanbau beansprucht Flächen, die für Humanernährung nätig wären, wie Studien zeigen.
  • Entwaldung für Futtermittel zerstört Lebensräume.
  • Hohe CO2-Emissionen durch Transporte und Massentierhaltung treiben die Klimakrise voran.
  • Enormer Wasserverbrauch verschärft die Wasserknappheit.

Gelatine ersetzen: Vegane Alternativen

Gelatine meiden schont Ressourcen und Tiere. Pflanzliche Ersatzstoffe sind:

  • Agar-Agar
  • Pektin
  • Speisestärke
  • Kartoffelmehl
  • Johannisbrotkernmehl
  • Guarkernmehl

Mehr zu passenden Alternativen: Gelatine-Ersatz: Vegane Alternativen