Wenn Schimmel auf Lebensmitteln erscheint, fragen sich viele: Kann ich es noch essen oder muss ich es entsorgen? Als Ernährungsexperten haben wir basierend auf Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) eine klare Übersicht für Sie erstellt, wie Sie mit schimmelbefallenen Produkten richtig umgehen.
Ein weißgrauer oder grünlicher Belag auf Brot, Käse oder Obst zwingt uns zur Entscheidung: Teller oder Mülleimer?
Wichtig: Viele Schimmelpilze produzieren Mykotoxine, giftige Stoffwechselprodukte, die bereits in kleinen Mengen gesundheitsschädlich sind. Laut BfR können sie über Einatmen oder Verzehr in den Körper gelangen und Leber, Nieren, Immunsystem oder Schleimhäute schädigen – teilweise sogar krebserregend. Besonders risikobelastet sind Menschen mit Schimmelpilzallergie, Kinder, Schwangere und Immunschwache. Versehentlich Schimmel gegessen? Lesen Sie unseren Ratgeber Schimmel gegessen: Was du jetzt beachten solltest.
Wasserreiche Lebensmittel bieten Schimmel ideale Bedingungen. Hier unsere praxisnahe Liste: Welche Produkte entsorgen, welche retten?
Richtlinien bei Schimmel auf Lebensmitteln
Grundsätzlich gilt nach BfR-Empfehlungen:
- Schimmel niemals essen, auch bei geringem Befall.
- Schimmlige Stellen großzügig entfernen oder das gesamte Produkt entsorgen. Schimmelsporen breiten sich unsichtbar aus – besser kein Risiko eingehen.
- Oft ist das Innere bereits befallen, wenn der Schimmel sichtbar wird.
- Wasserreiche Lebensmittel (Obst, Gemüse, Säfte, Kompott) immer komplett wegwerfen, da Mykotoxine sich rasch ausbreiten.
- Bei Unsicherheit: Lieber entsorgen als Risiko eingehen.
- Angrenzende Produkte prüfen, waschen, trocknen, betroffene Stellen wegschneiden und sofort verzehren. Bei Ausbreitung alles weg.
- Schimmlige Lebensmittel nicht an Tiere verfüttern – ebenso schädlich.
Lebensmittel, die bei Schimmelbefall entsorgt werden müssen
- Obst und Gemüse: Wasserreiches (z. B. Beeren, Gurken) und Produkte daraus komplett weg. Feste Sorten wie Karotten, Kartoffeln, Blumenkohl, Äpfel, Bananen großzügig schneiden und Rest essen.
- Zitrusfrüchte: (Zitronen, Orangen) immer ganz entsorgen.
- Milchprodukte: Joghurt, Quark, Frischkäse, Milchalternativen komplett weg.
- Käse: Weichkäse, Schnittkäse ins Biomüll. Hartkäse: Oberflächlichen Schimmel grob entfernen; bei innerem Befall ganz weg. Nicht mit gewolltem Edelschimmel verwechseln.
- Wurst und Fleisch: Meist komplett entsorgen. Luftgetrocknetes am Stück (Schinken, Salami) schneidbar; Aufschnitt immer weg. Edelschimmel erlaubt.
- Konfitüren/Marmelade: BfR rät: Immer komplett entsorgen, auch bei hohem Zuckergehalt.
- Brot: Laib oder Scheiben komplett weg – Sporen im Inneren.
- Nüsse: Hohes Aflatoxin-Risiko: Befallene und Packung entsorgen.
- Getreide/Saaten: (Dinkel, Sesam, Mohn, Mehl) ganze Packung weg.
- Trockenfrüchte: Komplett entsorgen; weißen Belag prüfen (Zucker ok, Härchen/Schwarzpunkte Schimmel).
- Gewürze: Aflatoxin-Gefahr: Komplett weg, besonders bei feuchter Lagerung.
Schimmel vorbeugen: Praktische Tipps gegen Verschwendung
Um Lebensmittel zu schützen, empfehlen wir:
- Gezielt einkaufen: Nur Bedarf, Einkaufsliste, Menüplan.
- Richtige Lagerung: Sauber, trocken, kühl. Details in Vorräte richtig lagern und die optimale Kühlschrank-Temperatur einstellen und 10 Lebensmittel, die du nicht im Kühlschrank lagern solltest.
- Ethylen-Achtung: Äpfel/Tomaten trennen. Mehr in Obst und Gemüse gemeinsam lagern – oder getrennt?.
- Sauberkeit: Regelmäßig reinigen, Kühlschrank trocken halten.
- Prüfen: Beschädigungen schnell nutzen oder isolieren.
- Reste verwerten: z. B. Arme Ritter aus Brot. Ideen: Mit Resten kochen: Rezeptideen für Speisereste vom Vortag und Resteessen: 3 Rezepte gegen Lebensmittelverschwendung.