Als Experten für Ernährung und Zusatzstoffe erklären wir Ihnen die Phosphorsäure in ihrer synthetischen Form – ein häufiger Bestandteil in Lebensmitteln. Erfahren Sie, was diese Säure ausmacht und welche gesundheitlichen Auswirkungen sie haben kann.
Was ist Phosphorsäure?
Phosphorsäure ist eine kohlenstofffreie, anorganische Säure, die natürlich in Hülsenfrüchten, Getreide und vielen Lebewesen vorkommt. Sie liefert essenziellen Phosphor und ist im menschlichen Stoffwechsel unverzichtbar.
Synthetisch wird sie aus phosphorhaltigen Mineralien wie Apatiten hergestellt, indem sie mit Schwefel-, Salz- oder Salpetersäure behandelt und destilliert wird. Die klare, wasserlösliche und geruchlose Säure findet vielfältige Anwendungen.
Anwendungen von Phosphorsäure
Synthetische Phosphorsäure wird in zahlreichen Branchen eingesetzt:
- Als Basis für Dünger, Waschmittel und Rostentferner.
- In der Zahnmedizin zur Herstellung von Zahnzement, Zahnreinigung und Vorbereitung auf Behandlungen.
- In der Lebensmittelindustrie als Säuerungsmittel und Säureregulator in Softdrinks, Sportgetränken, Milchpulver, Kaffeeweißer, Sahneerzeugnissen und Milchgetränken – deklariert als E338.
Phosphorsäure: Bedrohung für die Knochen?
Gesundheitlich wird Phosphorsäure kritisch gesehen, insbesondere in Cola-Getränken. Regelmäßiger Konsum könnte die Knochendichte mindern und Osteoporose begünstigen.
Grund: Die Säure behindert die Kalziumaufnahme, indem sie unlösliche Salze bildet, die der Körper nicht nutzen kann – besonders problematisch bei Kalzium.
Kinder und Jugendliche sind gefährdet, da sie mehr Limonaden trinken und in der Wachstumsphase sind. Studien zeigen Zusammenhänge, doch oft fehlt Isolation des Effekts von Phosphorsäure allein – z. B. wenn kalziumreiche Getränke durch Cola ersetzt werden.
Phosphate: Weitere Risiken für die Gesundheit
Übermäßiger Phosphatkonsum schädigt die Nierenfunktion, weshalb Nierenpatienten ihre Aufnahme kontrollieren sollten. Das Ärzteblatt warnt auch Gesunde: Synthetische Phosphate fördern in Tierversuchen altersbedingte Erkrankungen wie Osteoporose, Muskel- und Hautprobleme sowie Gefäßverkalkung.
Natürliche Phosphate in Hülsenfrüchten, Nüssen oder Getreide sind weniger bioverfügbar und in geringeren Mengen vorhanden. Synthetische Zusätze hingegen werden effizient aufgenommen und belasten den Phosphatspiegel.
Tipps: Fast Food mäßig genießen, selbst kochen mit frischen Zutaten, Softdrinks meiden und verarbeitete Produkte reduzieren – so umgehen Sie Phosphate in Konservierungsstoffen, Säuerungsmitteln und Emulgatoren.