Maltit (E 965) ist ein weit verbreiteter Zuckeraustauschstoff in verarbeiteten Lebensmitteln. Erfahren Sie als Ernährungsexperte alles Wichtige über seine Eigenschaften, Vorteile und potenziellen Nachteile.
Maltit: Der Unterschied zu Süßungsmitteln
Zu den gängigsten Zuckeralternativen gehören Süßungsmittel wie die künstlichen Varianten Aspartam, Acesulfam-K, Saccharin oder Sucralose sowie natürliche wie Erythrit und Stevia. Weniger bekannt sind Zuckeraustauschstoffe wie Maltit, Xylit und Sorbit.
Diese ähneln chemisch dem Haushaltszucker, weshalb ihr Geschmack vertraut süß ist: Maltit bindet an die Süßrezeptoren auf der Zunge – ähnlich wie Saccharose. Aufgrund leichter Strukturunterschiede beträgt seine Süßkraft jedoch nur etwa 90 % im Vergleich zu Haushaltszucker (Referenzwert: 100 %). Für denselben Süßeffekt in einem Kaffee benötigen Sie also rund 11,1 % mehr Maltit.
Das unterscheidet Zuckeraustauschstoffe grundlegend von Süßungsmitteln: Aspartam ist 180-mal süßer, Stevia sogar 300-mal. Hier reicht eine winzige Menge aus.
Verwendung von Maltit und Vorkommen in Lebensmitteln
Maltit hat nur halb so viele Kalorien wie Zucker und eignet sich daher hervorragend als Ersatz für Diabetiker, da es kein Glucose enthält und den Insulinspiegel nicht anhebt. Es wird aus Maltose (Malzzucker) gewonnen. Häufig findet man es in zuckerfreien Keksen und Kaugummis.
Dank hoher Wasserbindung schützt Maltit Backwaren vor Austrocknen und dient als Konservierungsmittel – ideal in Brot und Feinbackwaren. Als Emulgator bindet es Soßen und verhindert Phasentrennung, weshalb es in Tütensuppen, Soßenpulver und -bindern vorkommt. In der Zutatenliste steht es als E 965.
Warum große Mengen Maltit meiden
Als Lebensmittelzusatzstoff gilt Maltit als unbedenklich. Dennoch können hohe Dosen abführend wirken und Durchfall, Blähungen oder Magenschmerzen verursachen – wie bei den zuckerfreien Haribo-Gummibärchen in den USA, die prompt zurückgezogen wurden. Bei Süßwaren mit viel Maltit Vorsicht walten lassen: Ab 10 % muss in Deutschland der Warnhinweis „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ stehen.
Vermeiden Sie Maltit einfach, indem Sie auf frische, unverarbeitete Lebensmittel setzen – regional, saisonal und nährstoffreich. So profitieren Sie von einer ausgewogenen, umweltfreundlichen Ernährung ohne Zusatzstoffe.