Reis ist oft mit Arsen belastet – eine potenzielle Gefahr für die Gesundheit. Als Experten für nachhaltige Ernährung klären wir basierend auf BfR- und EFSA-Daten auf: Was Sie über Arsen wissen müssen und wie Sie die Belastung minimieren.
Was ist Arsen und wie gelangt es in Reis?
Arsen ist ein natürlich vorkommendes Halbmetall, das vor allem in Gesteinen wie Vulkangestein steckt. Durch Wind, Regen und Erosion gelangt es in Böden und Gewässer. Zusätzlich tragen Phosphordünger und die Verbrennung fossiler Brennstoffe zur Verbreitung bei – ein Grund mehr, Bio-Landwirtschaft und erneuerbare Energien zu priorisieren.
Pflanzen wie Reis nehmen Arsen über die Wurzeln auf, das sich in allen Teilen ansammelt, einschließlich der Körner. Reis ist besonders betroffen, da geflutete Reisfelder das Arsen aus dem Boden lösen und pflanzenverfügbar machen.
Gefährlich sind vor allem anorganische Arsenverbindungen, die vom BfR und internationalen Gremien als „krebserregend für den Menschen“ eingestuft werden. Organische Verbindungen, wie in Fisch, gelten hingegen als unbedenklich (EFSA).
Wie gefährlich ist Arsen in Reis wirklich?
Anorganisches Arsen gilt als krebserregend und stellt eine ernsthafte Bedrohung dar. Eine sichere tägliche Aufnahmemenge konnte bisher nicht festgelegt werden (Verbraucherzentrale). Auch geringe Mengen sind unerwünscht, da Arsen in Reis, Brot und Trinkwasser vorkommt. Mit gezielten Maßnahmen lassen Sie die Exposition jedoch senken.
Längerfristig kann Arsen nach BfR zu Hautschäden, Gefäßerkrankungen und Nervenschäden führen. Akute Risiken bestehen derzeit nicht, doch eine erhöhte Krebswahrscheinlichkeit ist möglich.
Betroffen sind vor allem Reisliebhaber und Säuglinge sowie Kinder, da Babybreie und Reiswaffeln häufig Reis enthalten.
Seit 2016 gelten EU-Höchstmengen für anorganisches Arsen:
- Säuglings- und Kleinkindprodukte: 0,1 mg/kg
- Weißer Reis: 0,2 mg/kg
- Vollkorn- und Parboiled-Reis: 0,25 mg/kg
- Reiswaffeln: 0,3 mg/kg
Vielfalt statt Verzicht: So schützen Sie sich
Reis bleibt ein nährstoffreiches Lebensmittel und sollte in einer ausgewogenen Ernährung vertreten sein (BfR, Verbraucherzentrale Bayern). Verzichten Sie nicht komplett, folgen Sie diesen Empfehlungen:
- Natur- und Parboiled-Reis sind stärker belastet als weißer Reis, bieten aber mehr Mikronährstoffe. Variieren Sie Reissorten.
- Verarbeitete Produkte wie Reiswaffeln haben höhere Werte – wählen Sie Alternativen aus Mais, Weizen oder Dinkel.
- Europäischer Reis ist oft weniger belastet als asiatischer. Achten Sie auf Herkunftsangaben, z. B. bei Bio-Produkten.
- Vermeiden Sie einseitige Reisdiäten. Ergänzen Sie mit Getreiden wie Dinkel oder bei Zöliakie glutenfreien Optionen wie Mais, Hirse, Buchweizen, Amaranth oder Quinoa.
- Bio-Reis ist ebenfalls betroffen, doch empfehlenswert: Keine Phosphordünger oder synthetischen Pestizide.
Arsen reduzieren: Optimale Zubereitung
Mit richtiger Zubereitung senken Sie den Gehalt spürbar:
- Einweichen über Nacht.
- Waschen, bis das Wasser klar ist.
- Kochen mit 5:1 Wasser-Reis-Verhältnis und Kochwasser abgießen.
Details in unserem Guide „Reis waschen oder einweichen – ist das sinnvoll?“
Spezialtipps für Eltern
BfR-Ratschläge für Säuglinge und Kleinkinder:
- Keine exklusive Reismilch oder -brei – variieren mit Alternativen.
- Zwischenmahlzeiten abwechseln, nicht nur Reiswaffeln.
- Kindernahrung hat strengere Grenzwerte – priorisieren.
- Ältere Kinder dürfen gelegentlich „erwachsene“ Produkte; Säuglinge nicht.