Bratöl muss hitzestabil sein und einen neutralen Geschmack haben – nicht nur Raps- und Sonnenblumenöl eignen sich dafür. Als erfahrene Ernährungsexperten zeigen wir Ihnen bewährte Alternativen und erklären, worauf Sie beim Erhitzen von Öl in der Pfanne achten sollten.
Bratöl: Raffiniertes oder kaltgepresstes Öl?
Olivenöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl – die Auswahl an Ölen ist groß. Derzeit sind Raps- und Sonnenblumenöl aufgrund von Hamsterkäufen und Engpässen knapp. Dennoch gibt es vielfältige hitzestabile Bratöle.
Welches Öl eignet sich optimal als Bratöl? Wir geben einen fundierten Überblick über hitzestabile Pflanzenöle mit hohem Rauchpunkt. Die Hitzestabilität hängt primär von der Herstellung ab:
- Raffinierte Öle: Wie Rapsöl und Sonnenblumenöl sind sie hervorragend zum Braten geeignet.
- Kaltgepresste und native Öle: Diese haben meist einen niedrigeren Rauchpunkt und eignen sich nur bedingt. Stiftung Warentest bestätigt: „Schonendes Dünsten und Braten ist möglich“ mit Rapsöl. Auch Olivenöl funktioniert bei niedrigen Temperaturen, wie die Verbraucherzentrale attestiert. Details im Artikel „Olivenöl erhitzen“.
Diese raffinierten (!) Pflanzenöle sind als Bratöl ideal (zum Frittieren und Braten):
- Olivenöl
- Rapsöl
- Sonnenblumenöl
- Erdnussöl
- Distelöl
- Sesamöl
- Sojaöl
Vorsicht: Raffinierte Öle widerstehen hohen Temperaturen, bergen aber Risiken. Die Raffination erzeugt Trans-Fettsäuren, die mit Arteriosklerose, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung stehen könnten. Zudem fehlen wertvolle Inhaltsstoffe, wie Öko-Test warnt. Nutzen Sie sie daher sparsam.
Bratöl-Alternative: High-Oleic-Öle zum Braten in der Pfanne
Gesündere Alternativen zu raffinierten Ölen sind High-Oleic-Öle – oft Mischungen aus Sonnenblumen-, Raps- und Distelöl. Speziell gezüchtete Pflanzen sorgen für hohen Ölsäuregehalt, der Temperaturen bis 210 °C standhält.
Sie bleiben kaltgepresst, ohne Raffination: Keine Trans-Fettsäuren, volle Nährstoffe erhalten. Erhältlich in Bioläden und gut sortierten Supermärkten.
Vorsicht: Diese Öle eignen sich nicht zum Braten
Von diesen Ölen und Fetten raten wir ab:
- Leinöl,
- Walnussöl,
- Kürbiskernöl,
- Palmfett (nicht nachhaltig),
- Kokosfett (nicht nachhaltig).
Grund: Hoher Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren führt zu niedrigem Rauchpunkt. Bei Hitze zerfallen sie, bilden Rauch und schädliche Stoffe wie Benzol und Formaldehyd, die Krebsrisiken bergen könnten. Mehr dazu: „Speiseöle und ihr Rauchpunkt“.
Welches Bratöl ist wirklich nachhaltig?
Empfehlenswert: Raps-, Distel- und Sonnenblumenöl aus deutschem Anbau – regionale Produkte mit guter CO-Bilanz. Im Gegensatz dazu: Importöle wie Kokos-, Erdnuss-, Sesam- oder Sojaöl.
Wählen Sie Bio-Qualität, um Pestizidfreie ökologische Landwirtschaft zu fördern.
Fazit: Das sollten Sie beim Braten beachten
Vermeiden Sie Schadstoffe mit diesen Tipps:
- Greifen Sie zu High-Oleic-Ölen oder Bio-raffinierten Ölen aus Deutschland.
- Raffinierte Öle nur mäßig einsetzen.
- Kaltgepresstes Oliven- und Rapsöl für sanftes Braten bei niedriger Hitze.
- Für kalte Gerichte: Hochwertige kaltgepresste Öle wie Lein-, Walnuss-, Hanf- oder Rapsöl für Geschmack und Nährstoffe.