Emmermehl, ein Mehl aus dem urigen Emmergetreide, überzeugt mit seinem kräftig-nussigen Aroma. Als erfahrene Bäckerin und Kennerin alter Getreidesorten empfehle ich es nicht nur für Brot und Brötchen, sondern für vielfältige kulinarische Anwendungen. Hier teile ich bewährte Ideen und ein probates Rezept.
Emmer zählt zu den ältesten Kultgetreiden und ist Vorläufer des modernen Weizens. Lange von ertragreicheren Sorten verdrängt, erlebt es eine Renaissance – dank seines intensiven Geschmacks und reicher Nährstoffe. Emmermehl ist besonders eiweißreich und versorgt den Körper mit essenziellen Mineralstoffen wie Zink, Eisen und Magnesium.
Die einzigartigen Aromenoten von Emmer entfalten sich in der Küche vielseitig: Ideal für Brot, aber auch Kuchen oder Pasta. Basierend auf jahrelanger Praxis gebe ich Ihnen einen Überblick über Einsatzmöglichkeiten und stelle ein zuverlässiges Rezept für Emmer-Dinkel-Brot vor.
Ob Weizen, Dinkel oder Emmer: Wählen Sie immer Bio-Qualität von regionalen Produzenten. Bio-Mehl aus ökologischer Landwirtschaft ist frei von chemisch-synthetischen Pestiziden. Regionale Produkte reduzieren Transportwege und garantieren Transparenz über Herkunft und Qualität.
Übrigens: Aufgrund geringerer Erträge ist konventionelles Emmermehl rar – es stammt meist aus Bio-Anbau. Für absolute Sicherheit achten Sie auf das Bio-Siegel.
Emmermehl: Nussige Basis für herzhaftes Brot
Emmermehl bildet eine exzellente Grundlage für Brote und Brötchen mit würzig-nussigem Charakter. Verwenden Sie es pur oder mischen Sie es mit anderen Mehlen. Besonders harmonisch verbindet es sich mit Dinkelmehl.
Mischungen erleichtern das Binden des Teigs, da reines Emmermehl weniger klebrig ist als Weizenmehl. Teige bleiben weicher, sind aber gut verarbeitbar.
In Weizen- oder Dinkelrezepten ersetzen Sie das Mehl 1:1 durch Emmermehl. Fügen Sie Flüssigkeit (Wasser oder Milch) portionsweise hinzu und passen Sie die Teigkonsistenz an.
Rezept: Emmer-Dinkel-Mischbrot
Emmer-Dinkel-Brot- Zubereitung: ca. 15 Minuten
- Ruhezeit: ca. 120 Minuten
- Koch-/Backzeit: ca. 45 Minuten
- Menge: 1 Stück
- 300 g Emmermehl
- 250 g Dinkelmehl (Type 630)
- 1 TL Zucker
- 2 TL Salz
- 2 TL Brotgewürz
- 20 g frische Hefe
- 200 ml lauwarmes Wasser
- 130 ml Kuhmilch oder Pflanzenmilch
- Mehl zum Bestreuen
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Vermengen Sie Emmer- und Dinkelmehl in einer großen Schüssel mit Zucker, Salz und Brotgewürz.
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Drücken Sie eine Mulde in die Mitte, bröckeln Sie die Hefe hinein und gießen Sie Wasser sowie Milch auf. Lösen Sie die Hefe unter Rühren auf.
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Kneten Sie mit den Knethaken zu einem glatten Teig. Decken Sie ab und lassen Sie 1 Stunde gehen.
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Bestäuben Sie die Arbeitsfläche mit Mehl, kneten Sie den Teig von Hand durch und formen Sie eine Kugel.
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Legen Sie Backpapier (oder nachhaltigen Ersatz) auf ein Blech, setzen Sie die Kugel darauf und decken Sie ab. Lassen Sie erneut 1 Stunde gehen.
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Einschneiden, mit Wasser bepinseln und bei 200 °C Umluft ca. 45 Minuten backen.
Emmermehl: Perfekt für mehr als nur Brot
Der nussige Charakter von Emmermehl bereichert auch süße Backwaren und passt hervorragend zu Zimt, Anis oder Fenchelsamen – ideal für festliche Kuchen.
Es harmoniert besonders mit Äpfeln: Tauschen Sie in Apfelkuchen-Teigen 1:1 aus. Empfohlene Rezepte:
- Apfelkuchen mit Mürbeteig
- Gedeckter Apfelkuchen vom Blech
- Veganer Apfelkuchen
Für Pasta verleihen Emmerkörner Biss und Aroma – al dente servieren. Grundrezept: Nudeln selber machen: So gelingt die perfekte Pasta.