Als gesunde, bekömmliche und nachhaltige Alternative zum herkömmlichen Kaffee bietet Zichorienkaffee zahlreiche Vorteile. Erfahren Sie hier alles Wissenswerte zu seinen Inhaltsstoffen, gesundheitlichen Effekten und der einfachen Zubereitung.
Was ist Zichorienkaffee?
Zichorienkaffee ist ein kaffeeähnliches Getränk aus den Wurzeln der Gemeinen Wegwarte (Zichorie). Seine Geschichte reicht ins 18. Jahrhundert zurück, als geröstete Zichorienwurzeln dem Bohnenkaffee beigemengt wurden, um ihn bitterer und dunkler zu machen. Bald avancierte das Getränk aus reinen Zichorienwurzeln zu einer preiswerten Alternative zum teuren Kaffee. Im Unterschied zum Bohnenkaffee ist Zichorienkaffee von Natur aus koffeinfrei.
Die Herstellung beginnt mit der Reinigung der Wurzeln, gefolgt von einer Trocknung in einem Druckluftofen, bei der sie Großteils ihre Flüssigkeit verlieren. Anschließend werden sie geröstet: Die Säfte karamellisieren und erzeugen ein aromaähnliches Geschmacksprofil wie bei Kaffee. Zum Schluss entsteht daraus ein feines Pulver.
Dieses Pulver gibt es pur oder in Mischungen mit Gerste oder Roggen.
Zichorienkaffee: Die wertvollen Inhaltsstoffe
Anstelle von Koffein punktet Zichorienkaffee mit gesunden Nährstoffen. Laut dem Deutschen Ernährungsberatungs- und Informationsnetz enthält er unter anderem:
- Mineralstoffe: Kalium, Kalzium, Phosphor, Natrium und Magnesium.
- Spurenelemente: Eisen, Mangan und Kupfer.
Im Vergleich zu Getreide-basierten Alternativen wie Gersten- oder Roggenkaffee ist reiner Zichorienkaffee glutenfrei.
Die gesundheitlichen Wirkungen von Zichorienkaffee
Viele Nutzer lieben Zichorienkaffee für seine natürliche Koffeinfreiheit – ideal für den Abendgenuss ohne Schlafstörungen. Nach Angaben von Netdoktor umgehen Sie so typische Koffein-Nebenwirkungen wie:
- Magenbeschwerden durch erhöhte Magensäure.
- Innere Unruhe bis hin zu Angstzuständen.
- Schweißausbrüche.
- Herzrhythmusstörungen.
- Nervosität und Reizbarkeit.
Die Gemeine Wegwarte ist in der Naturheilkunde seit Langem etabliert und wurde 2020 zur „Heilpflanze des Jahres“ gekürt. Kraut und Wurzeln bergen Bitterstoffe, Flavonoide und Kaffeesäurederivate, die potenziell helfen bei:
- Verdauungsförderung: Anregung der Verdauung, Steigerung der Gallensaftproduktion, Linderung von Blähungen und Bauchschmerzen durch Unterstützung der Fettverdauung.
- Appetitlosigkeit bekämpfen: Bitterstoffe regen den Appetit an.
- Leberschutz: Positive Effekte auf die Leberfunktion.
- Entzündungshemmend: Erste Studien deuten auf lindernde Wirkungen von Wurzelextrakten hin.
Ob diese Effekte direkt auf Zichorienkaffee übertragbar sind, muss noch erforscht werden – Labordaten lassen sich nicht immer auf Lebensmittel übertragen.
Zichorienkaffee zubereiten – so einfach geht's
Die Zubereitung ist unkompliziert:
- Übergießen Sie 1–2 Teelöffel Pulver pro Tasse mit 200 ml heißem Wasser. Für Mildheit: Heiße (Pflanzen-)Milch verwenden.
- Geschmacksanpassung durch Verhältnis von Pulver zu Flüssigkeit.
- Gründlich umrühren, Klümpchen vermeiden.
- Optional: (Pflanzen-)Milch und Süße hinzufügen.
Tipp: Perfekt als Eiskaffee oder in Desserts.
Nachhaltigkeit: Zichorienkaffee vs. Bohnenkaffee
Kaffee ist unverzichtbar für viele, doch konventioneller Anbau birgt Probleme:
- Arbeitsintensiv mit schlechten Löhnen für Kleinbauern.
- Monokulturen laugen Böden aus; Pestizide im konventionellen Betrieb.
- 140 Liter Wasser pro Tasse.
Zichorienkaffee schneidet besser ab:
- Zichorie heimisch in Mitteleuropa, oft an Wegesrändern; Anbau für Inulin-Gewinnung zunnehmend.
- Geringer Pflegeaufwand, robust, wasser sparend.
- Pestizidfrei dank Resistenz.
- Kurze Transportwege reduzieren Treibhausgase.