Jede Diät, die verspricht, Ihre "dünnen Gene" zu aktivieren, weckt berechtigterweise Skepsis. Genau das behauptet jedoch die Sirtfood-Diät.
Diese Ernährungsform, die 2016 auf den Markt kam, erlebte einen Boom, als Prominente wie Adele und Pippa Middleton sie folgten. Lebensmittel wie Grünkohl, Rotwein, dunkle Schokolade und Matcha sollen dabei helfen, Gewicht zu verlieren – und die Popularität hält an. Tatsächlich war die Sirtfood-Diät 2019 nach Google die siebt häufigste Suchanfrage unter Diäten.
Doch wie ist der Plan strukturiert, was sind Sirtfoods? Der Ansatz ist nährstoffreich, aber nicht alle Experten sehen ihn als voll wissenschaftlich abgesichert. Hier die wichtigsten Fakten.
Was ist die Sirtfood-Diät?
Entwickelt von den britischen Ernährungswissenschaftlern Aidan Goggins und Glen Matten, beide Masterabsolventen in Ernährungsmedizin, erschien ihr Buch The Sirtfood Diet 2017 in den USA. Es verspricht: "In sieben Tagen sieben Pfund abnehmen, während Sie Energie spüren und Lieblingslebensmittel wie Schokolade, Rotwein und Erdbeeren genießen."
Die Grundlage der Sirtfood-Diät
Sirtfoods imitieren die Vorteile von Kalorienrestriktion und Fasten, indem sie Sirtuine (Proteine SIRT1 bis SIRT7) aktivieren. Diese regulieren Stoffwechselwege, schalten Gene ein und aus und schützen Zellen vor Alterung. Laborexperimente und Tierstudien zeigen: SIRT1-Aktivierung fördert neue Mitochondrien, verlängert Lebensdauer und optimiert den Fettstoffwechsel – potenziell hilfreich für Abnehmen und Gesundheit.
Da extremes Fasten riskant ist, schlagen Goggins und Matten vor, stattdessen Sirtfoods zu essen, um die "dünnen Gene" zu stimulieren und Gewichtsverlust sowie Wohlbefinden zu fördern.
Was macht ein Sirtfood aus?
Beispiele: Grüner Tee, Beeren, Kakaopulver, Kurkuma, Grünkohl, Zwiebeln, Petersilie, Rucola, Chilis, Kaffee, Rotwein, Walnüsse, Kapern, Buchweizen und Olivenöl. Diese enthalten Polyphenole wie Quercetin, Resveratrol und Kaempferol, die Studien als Sirtuin-Aktivatoren identifizieren. Hier basiert die Diät wissenschaftlich – zumindest teilweise.
Problematisch: Die Konzentrationen in Lebensmitteln reichen möglicherweise nicht aus. Viele Studien nutzten hochdosierte Extrakte.
Der Aufbau der Sirtfood-Diät
Der Plan gliedert sich in zwei Phasen (detailliert im Buch):
Phase 1 (7 Tage): Tage 1–3: Drei Sirtfood-Grünsäfte + eine Mahlzeit (1.000 kcal/Tag). Tage 4–7: Zwei Säfte + zwei Mahlzeiten (1.500 kcal/Tag). Hier soll der schnelle Gewichtsverlust von "sieben Pfund in sieben Tagen" gelingen.
Phase 2 (14 Tage): Drei sirtfoodreiche Mahlzeiten + ein Grünsaft täglich für kontinuierlichen Abnehmerfolg.
Die Phasen können wiederholt werden. Danach: Sirtfood-reiche Ernährung mit täglichem Grünsaft.
Was sagen Ernährungsexperten?
Das Feedback ist gemischt. Positiv: Die Diät betont nährstoffreiche Lebensmittel. "Umfangreiche Studien belegen Vorteile von Kaffee, grünem Tee, dunkler Schokolade und Blattgemüse", erklärt Jessica Cording, RD, registrierte Ernährungsberaterin und Health-Coach.
Viele fördern gesunde Abnahme, sagt Frances Largeman-Roth, RD. Doch der Sirtuin-Effekt durch Lebensmittel ist unbewiesen. "Studien zeigen Sirtuin-Relevanz für den Stoffwechsel, aber nicht, dass Alltagslebensmittel sie signifikant boosten", betont sie.
"Diese Lebensmittel sind entzündungshemmend und empfehlenswert – unabhängig von Sirtuinen", fügt sie hinzu. "Kein Lebensmittel aktiviert allein ein 'Mager-Gen'. Ergänzen Sie mit gesunden Fetten und Proteinen."
Cording sieht Struktur und Flexibilität als Plus: "Eine 'Inklusions-Diät', nicht rein einschränkend." Die kalorienarme Saftphase 1 ist jedoch grenzwertig; spätere Phasen nachhaltiger.
Fazit
Integrieren Sie mehr Sirtfoods – sie sind gesund und unterstützen Abnahme oder Erhalt. Aber die Diät als Ganzes aktiviert keine "dünnen Gene" nachweislich. Erfolge beruhen auf Kaloriendefizit, Ballaststoffen und Nährstoffen – machbar mit vielen Ansätzen.
Falls Sie starten: Kombieren Sie mit mediterraner Ernährung, gesunden Fetten und Proteinen. Lassen Sie einen RD den Plan anpassen. Möchten Sie Ihre Leidenschaft für Wohlbefinden beruflich nutzen? Werden Sie zertifizierter Health-Coach – erfahren Sie mehr hier.