Als erfahrene Köchin mit eigenem Restaurant in Chicago und nun im ländlichen Michigan setze ich keine Neujahrsvorsätze mehr. Stattdessen wähle ich ein Leitmotiv für das Jahr – etwas, das ich konsequent pflege, als Gewohnheit etabliere und evaluiere. Dieses Jahr steht unter dem Motto "Nudeln" und "Verbrauchen".
Die aktuelle globale Krise hat mir geholfen, mich voll darauf einzustimmen. In den letzten Wochen habe ich meinen Gefrierschrank, Kühlschrank und die Speisekammer inventarisiert und Wege gefunden, daraus nächtlich kulinarisches Gold zu schaffen. Dazu kommt wöchentlich frische Pasta oder Knödel – eine willkommene Ablenkung von den emotionalen Turbulenzen.
Erster Stopp: Der Gefrierschrank
Im ländlichen Michigan habe ich den Luxus von zwei Gefriertruhen – ich bin ein Fan von "mehr ist mehr". Doch oft verschwinden Zutaten im hinteren Bereich. Bei meiner Inventur liste ich die Mengenhelden auf: Hühnerbrühe, diverse Teige aus vergangenen Projekten und Liter Aubergineneintopf vom Sommer. Dazu Fundstücke wie Lammkarree, Kuchenteig, gekochte Linsenreste und gefrorene Erbsen.
Die Liste halte ich kurz: Maximal fünf Items, um sie gezielt zu verbrauchen. Besonders auffällig: Vorräte für "besondere Anlässe" wie Riesengarnelen, Kaviar und Rib-Eye-Steaks. In der ersten Quarantänewoche haben mein Mann und ich daraus gefeiert – dekadente Gerichte, die nun Dienstagabend-Highlights wurden. Wer zählt schon die Tage?
Als Nächstes: Der Kühlschrank
Unser alter Kühlschrank mit tiefen Regalen birgt vergessene Schätze. Nach gründlicher Reinigung (und Schmutzentfernung) entdeckte ich tierische Fette: Schmalz von Brathähnchen und Schwein, Rindermarkfett von Knochen. Perfekt für Kartoffeln – die ich prompt brutzelte. Auch Gläser mit Marmelade, Gurken und Relishes konsolidierte ich: Ein Glas pro Sorte statt Viertelpackungen.
In meinem Chicago-Restaurant spielten wir "Verbrauchs-Challenge" mit Restzutaten. Nun fordere ich mich selbst heraus und erinnere mich an bewährte Tricks meiner Kollegin Abra.
Zuletzt: Die Speisekammer
Hier lauern 10 Gläser mit Resten von Getreide, Hülsenfrüchten – nach vorn geholt, abgestaubt und neu inspiriert. Teffmehl? Zeit für Injera! Vergessene Gewürze wie Austernsauce regen zum Experimentieren an.
Mit frischem Überblick plane ich: Kein fester Essensplan, aber maximal wöchentlicher Einkauf. Kochbücher liefern Ideen von Profis – pure Inspiration. Meine To-do-Listen ergänzen sich um Abendessen-Ideen, die Reste einfließen lassen. Oft reicht's für Reste-Menüs oder Nachbarschaftslieferungen.
Was dabei herauskam
Zurück zur Normalität? Vieles war schon da, nur vergessen. Kochen lindert nicht den Schmerz, doch es hält die Hände busy und spinnt Gold aus Altem.
Meine Highlights:
- Fischtacos mit Kabeljauabfällen und hausgemachten Tortillas aus zwei Masa-Päckchen – plus Relish aus eingelegten Jalapeños
- Gekochte Gerste mit Aubergineneintopf und Spinatsalat
- Lammkarree mit Rampspätzle und altem Minzgelee
- Teff-Injera mit sri-lankischen Currylinsen, Rotkohlsalat und Kokoskarotten
- Gemüsetöpfe aus Tortenteigresten, Kühlschrankgemüse und Erbsen
- Rinderfett-Rösti mit Kartoffeln, Karotten, Spinatsalat und Sauerrahm
- Handgerollte Pinci-Nudeln mit Garnelen und eingelegter Tomatensauce
- Käsesoufflés aus Käsereiten – mit Kaviar und Chips, warum warten?
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