Es fällt kaum jemandem schwer, jemanden zu finden, der noch nie eine Tasse Kaffee oder Tee getrunken hat. Diese Getränke sind für viele ein fester Bestandteil der Morgenroutine – und oft auch des Nachmittags, um das gefürchtete Tief zu bekämpfen. Wir schätzen unseren täglichen Kaffee für den Energieschub und die gesundheitlichen Vorteile. Doch eine Studie aus den USA wirft ein neues Licht darauf: Kaffee und Tee sind nicht unbedingt die besten Quellen für Polyphenole in unserer Ernährung.
Was sind Polyphenole?
Polyphenole sind eine große Gruppe pflanzlicher Verbindungen, die mit antioxidativen, antiviralen und entzündungshemmenden Effekten in Verbindung gebracht werden. Eine Studie aus dem Jahr 2013 deutet sogar auf einen Zusammenhang mit längerer Lebensdauer hin.
Der aktuelle Bericht, erschienen in der November-Ausgabe des Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics, analysierte über 10 Jahre die Polyphenolquellen bei US-Erwachsenen.
Der durchschnittliche Erwachsene nimmt etwa 884,1 Milligramm Polyphenole pro 1.000 Kalorien auf – eine solide Menge. Doch die Herkunft dieser Stoffe bereitet den Forschern Sorgen.
Warum Polyphenole hauptsächlich aus Kaffee problematisch sind
39,6 % der Polyphenole stammen aus Kaffee, 9,8 % aus Bohnen und 7,6 % aus Tee.
Polyphenole wie Flavonoide und Phenolsäuren kommen natürlicherweise aus Pflanzen. Warum also nicht aus den empfohlenen fünf bis neun Portionen Obst und Gemüse täglich?
„Die Ergebnisse passen zur geringen Aufnahme von Obst, Gemüse und Vollkorn in der US-Ernährung“, heißt es im Bericht, „und unterstreichen die Notwendigkeit, diese Lebensmittel zu priorisieren.“
Die typische US-Diät ist arm an Gemüse, reich an verarbeiteten Getreiden, Proteinen und Zucker. Daher greifen viele auf Kaffee zurück. Im Kontrast steht die mediterrane Ernährung mit Fokus auf Gemüse, magerem Protein, gesunden Fetten und Vollkorn.
Die besten natürlichen Quellen für Polyphenole
Statt Kaffee als Hauptquelle zu sehen, nutzen Sie ihn als Bonus und ergänzen Sie mit nährstoffreichen Lebensmitteln. Eine Studie aus 2010 listet die Top-100-Quellen – hier die Highlights:
- Nelken: 15.188 mg pro 100 g
- Getrocknete Pfefferminze: 11.960 mg pro 100 g
- Leinsamenmehl: 1.528 mg pro 100 g
- Schwarzer Holunder: 1.359 mg pro 100 g
- Brombeeren: 260 mg pro 100 g
- Erdbeeren: 235 mg pro 100 g
- Rote Himbeeren: 215 mg pro 100 g
- Schwarze Johannisbeeren: 758 mg pro 100 g
- Pflaumen: 377 mg pro 100 g
- Süßkirschen: 274 mg pro 100 g
- Haselnüsse: 495 mg pro 100 g
- Pekannüsse: 493 mg pro 100 g
- Artischocken: 260 mg pro 100 g
- Rote Zwiebeln: 168 mg pro 100 g
Setzen Sie auf Gewürze, Beeren und Nüsse. Eine Tasse gefilterter Kaffee bietet 214 mg pro 100 g – ein willkommener Extra-Tipp, den Sie mit unseren Profi-Hacks für mehr Geschmack und Nährstoffe optimieren können.