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Ist Kakao gesund? Die richtige Zubereitung macht’s

Aromatisch und lecker: Er schmeckt gut, aber ist Kakao auch gesund? Die richtige Zubereitung macht’s: Werden keine ungesunden Fette und Zucker beigemischt, hat Rohkakao viele wertvolle Inhaltsstoffe zu bieten.

Abseits der Frage, ob Kakao gesund ist – beliebt ist der aromatische Gewinn aus der Kakaobohne auf jeden Fall. Und traditionsreich: Er wurde wohl circa 300 nach Christus von den Maya entdeckt und fand Anwendung in deren Zeremonien und Riten. Für die Maya hatte Kakao göttlichen Ursprung und sie tranken ihn, anders als wir ihn heute kennen, vermengt unter anderem mit Maismehl, Wasser, Honig und Chili.

Kakao hat einige gesundheitliche Vorzüge, solange man ihm nicht ungesunde Stoffe wie Zucker und Transfette beimischt.

Ist Kakao gesund?

Kakao muss keine ungesunde Süßigkeit sein. Tatsächlich könnte Rohkakao aufgrund seines hohen Anteils an folgenden Mineralstoffen sogar als Superfood bezeichnet werden:

  1. Magnesium

Kakao enthält laut USDA (U.S. Department of Agriculture) mit 499 Milligramm pro 100 Gramm eine große Menge an Magnesium. Magnesium wiederum ist unter anderem für einen normalen Energiestoffwechsel von Bedeutung, kann Müdigkeit verringern und zum Elektrolytgleichgewicht beitragen.

Magnesium spielt außerdem eine Rolle für:

  • die normale Muskelfunktion
  • die Eiweißsynthese
  • den Knochen- und Zahnerhalt
  • die ausgewogene psychische Verfassung

    2. Kalzium

Auch aufgrund seines hohen Kalziumgehaltes kann Rohkakao als nährstoffreich bezeichnet werden. Laut USDA enthält 100 Gramm Rohkakao mit 128 Milligramm mehr Kalzium als 100 Milliliter Milch mit 125 Milligramm Kalzium. Dieser Mineralstoff ist für einen stabilen Knochen- und Zahnerhalt von Bedeutung.

Noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt ist die positive Wirkung der im Rohkakao enthaltenen Flavonoide auf die Blutgefäße. Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe und können die körpereigenen Abwehrmechanismen unterstützen. Sie sind im Rohkakao enthalten und sollen Ablagerungen an den Gefäßinnenwänden entgegenwirken und somit vorbeugend gegen Bluthochdruck und Arteriosklerose wirken können.

Die Zubereitung macht´s: Warum die Verarbeitung entscheidend ist.

Zu beachten ist auch: Bezüglich gesundheitsförderlicher Aspekte des Kakaos ist stets von Rohkakao die Rede, also Kakao in seiner so gut wie unverarbeiteten Form, ohne Zusatz von Zucker, Milchpulver oder klimaschädlichem Palmöl.

In dieser Rohform kann man Kakao in Form von Kakaonibs verwerten oder auch als stark oder schwach entöltes Pulver weiterverarbeiten. Da die im Supermarkt erhältlichen Instant-Kakaopulver meist mit Konservierungsstoffen, Zucker und Rieselhilfen versetzt sind, kannst du dir deinen eigenen Kakao ganz einfach aus Rohkakao (bzw. ungesüßtem Kakaopulver), Milch und natürlicher Süße deiner Wahl herstellen.

Magst du gerne die schnelle Zubereitungsvariante mit Instantpulver, kannst du dir auch ganz einfach deinen eigenen Vorrat an Instant-Kakaopulver herstellen, welches du nur noch mit warmer Milch anrühren brauchst.

Kakao ist gesund – und macht glücklich?

Schokolade macht glücklich: Diesen Satz kennen viele. Doch die stimmungsaufhellende Wirkung des Kakaos ist nicht ausreichend wissenschaftlich bestätigt. Roher Kakao enthält – so wie übrigens alle Proteine – Tryptophan, bei dessen Abbau der Körper das Glückhormon Serotonin freisetzt. Kakao enthält jedoch solch geringen Mengen an Tryptophan, dass das kaum zu der „Glückswirkung“ führen kann.

Beim anderen bekannten Glückshormon Dopamin sieht es anders aus: Die Lust aufs Essen, die wir verspüren, wenn wir uns Schokolade schmecken lassen, wird unter anderem über Hormone wie Dopamin oder das „Heißhungerhormon“ Ghrelin geregelt. Vor allem die Wirkung von Dopamin merkst du jedoch auch bei einem leckeren gesunden Salat, solange du eben Appetit verspürst. Dafür brauchst du also weder gesüßte Schokolade noch gesunden Rohkakao.

Ist Kakao gesund oder gesundheitsgefährdend?

Die Kakaopflanze kann in ihren Bohnen das giftige Schwermetall Cadmium anreichern, welches als gesundheitsschädlich eingestuft wird. Eine regelmäßige vermehrte Aufnahme des Schwermetalls kann u.a. schädliche Wirkung auf die Nieren haben und krebserregend sein. Der vermehrte Nachweis von Cadmium in Kakaoprodukten kann auf geogene (also dem Boden geschuldete) Ursachen zurückgeführt werden, da das Schwermetall vor allem in höherer Konzentration in vulkanischen Böden vorzufinden ist. Dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, kurz LGL, zufolge sind die Böden in den Kakaoanbaugebieten Mittel- und Südamerikas natürlicherweise mit Cadmium belastet, da hier vermehrt Böden vulkanischen Ursprungs vorzufinden sind.

Es gibt jedoch eine Verordnung, welche je nach Kakaoprodukt einen bestimmten Höchstwert an Cadmium vorschreibt, der nicht überschritten werden darf. Einer Produktüberprüfung der LGL zufolge ist die Einhaltung der seit 2019 geltenden Grenzwerte größtenteils gewährleistet. Eine erhöhte Gesundheitsgefährdung aufgrund des Schwermetalls konnte nicht festgestellt werden.

Fairtrade und Bio

Um guten Gewissens Kakao genießen zu können ist neben der Frage ob Kakao gesund ist ebenso die Herkunft des Produkts von Bedeutung. Hier kann man beim Kauf auf das Fairtrade-Siegel und/oder das Bio Siegel achten. Durch das Fairtrade-Zertifikat wird gewährleistet, dass die Kakaobauern, von welchen der verarbeitete Rohkakao stammt, in Ländern wie Westafrika oder Südamerika für ihre Arbeit fair entlohnt werden. Neben einem stabilen Einkommen wird im Rahmen von Fairtrade auch eine Fairtrade-Prämie an die Bauern gezahlt, welche wiederum in den Bau von Schulen oder die Anschaffung von landwirtschaftlichem Gerät fließen können.

Durch das EU-Bio-Siegel wird gewährleistet, dass die einzelnen Bestandteile des Produktes zu einem großen Anteil aus ökologischem Landbau stammen, und unter anderem keine chemisch-synthetischen Pestizide verwendet wurden. Das heißt, Fairtrade- und Bio-Kakao ist nicht nur für die Erde, sondern auch für dich gesünder.