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Reiskeimöl: Herstellung, Inhaltsstoffe und vielseitige Einsätze in Küche und Kosmetik

Reiskeimöl ist in Deutschland noch ein echter Geheimtipp. Dieses nachhaltig gewonnene Öl aus der Reiskleie überzeugt durch seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in Küche und Pflege – basierend auf bewährten Inhaltsstoffen und Produktionsmethoden.

Wie entsteht Reiskeimöl?

Reiskeimöl wird aus der Reiskleie hergestellt, die aus Samenschale, Embryo und Fruchtwand des Reiskorns besteht. Bei der Produktion von weißem Reis wird diese Kleie abgeschält und wäre sonst Abfall. Durch geschickte Verarbeitung entsteht daraus ein wertvolles Öl.

Abhängig vom Reissorte enthält die Kleie 16 bis 32 Prozent Öl, das gepresst oder mit Lösungsmitteln extrahiert wird. Für Premium-Qualität muss die Verarbeitung direkt nach dem Schälen erfolgen. Die natürlichen Lipasen – fettspaltende Enzyme – verleihen dem Öl sonst einen ranzigen Geschmack. Deshalb erhitzt man die Kleie kurz auf 130 Grad Celsius, um diese Enzyme zu deaktivieren. Leider gehen dabei auch hitzeempfindliche Vitamine verloren.

Welche Inhaltsstoffe macht Reiskeimöl so besonders?

Natives Reiskeimöl ist rar, da es intensiv riecht. Raffiniertes Öl hingegen ist gerucharm, leicht gelblich und frei von unerwünschten Fettsäuren. Allerdings verliert es dabei wertvolle Stoffe: Raffiniertes Öl enthält unter fünf Prozent des ursprünglichen Gamma-Oryzanol-Gehalts. Dieses Antioxidans schützt vor freien Radikalen, senkt Cholesterin und verbessert Blutfettwerte. Auch Vitamin E nimmt ab.

Die Fettsäurezusammensetzung ähnelt dem Arganöls: Dominieren Ölsäure, Linolsäure und Palmitinsäure – gesättigte und einfach ungesättigte Varianten. Mit wenig mehrfach ungesättigten Fettsäuren bleibt es bis zu zwölf Monate frisch.

Praktische Einsätze von Reiskeimöl

In der Kosmetik ist es ein Star in Sonnenschutzmitteln und Hautcremes. Raffiniertes Öl wird mit Gamma-Oryzanol angereichert, um UVA- und UVB-Strahlen abzuwehren. Phytosterine lindern Hautreizungen und Juckreiz. Daraus entstehen cremige, schaumige Seifen.

In der Küche eignet es sich als hitzebeständiges Bratöl zum Anbraten oder Frittieren. Geschmacksneutral ideal für Mayonnaise. Nachhaltig als Upcycling-Produkt – wählen Sie europäischen Reis für kurze Wege. Heimische Alternativen wie Rapsöl bleiben aber unschlagbar.