Sind Glutenunverträglichkeit und Zöliakie dasselbe? Immer mehr Menschen verzichten auf Weizen – Ärzte raten dringend, den Unterschied zwischen diesen Erkrankungen zu verstehen. Gluten ist ein Protein in Weizen, Roggen und Gerste. Bei Glutenunverträglichkeit können Betroffene nach dem Verzehr Symptome wie Blähungen oder Bauchschmerzen entwickeln – meist kurzfristig.
Bei Zöliakie löst Gluten hingegen eine schwere Autoimmunreaktion aus, die den Dünndarm dauerhaft schädigt. „Es gibt kein Heilmittel für Zöliakie. Die strikte Vermeidung glutenhaltiger Lebensmittel ist der Schlüssel zur Behandlung“, erklärt Dr. Prateek Sharma, MD, Gastroenterologe und Professor für Medizin an der University of Kansas School of Medicine. Er warnt: Wer keine Zöliakie hat, sollte Gluten nicht unnötig meiden, nur weil es modern ist.
Dr. Ishi Khosla, klinische Ernährungswissenschaftlerin und Gründerin der Celiac Society of India, schätzt, dass in Indien etwa eine von 140 Personen an Zöliakie leidet – einer chronisch-entzündlichen Dünndarmerkrankung. „Bei genetisch prädisponierten Personen löst Gluten eine unvollständige Verdauung aus, was eine abnorme Immunreaktion im Dünndarm provoziert, wo Nährstoffe aufgenommen werden“, beschreibt sie.
Zöliakie-Patienten klagen oft über chronischen Durchfall, Gewichtsverlust, Schwäche, Anämie, Reizbarkeit oder Verhaltensstörungen. Eine glutenfreie Ernährung bessert diese Symptome jedoch zuverlässig.
Die Times of India startet mit der Kampagne „Follow Your Gut“ – eine Serie von vier Videos mit Dr. Sharma. Folge 1 widmete sich gastroösophagealer Refluxkrankheit, Folge 2 Probiotika und Glutenunverträglichkeit.