Basenfasten zielt darauf ab, einen angeblich übersäuerten Körper ins Gleichgewicht zu bringen und so gegen Zivilisationskrankheiten vorzubeugen. Doch wie wirkt es wirklich und ist es überhaupt notwendig? Als Ernährungsexperten klären wir das basierend auf etablierten Quellen wie der DGE.
Das Konzept des Basenfastens entstand 1997, basiert aber auf der älteren Idee der basischen Ernährung. Unser Körper funktioniert optimal bei einem ausgeglichenen pH-Wert. Befürworter warnen vor einer "Übersäuerung" durch ungesunde Ernährung, die Organe belastet und Krankheiten begünstigt. Basenfasten soll den Säure-Basen-Haushalt wiederherstellen.
Basenfasten: So funktioniert die Kur
Der Kern: Über einen selbst gewählten Zeitraum nur basische Lebensmittel essen, die dem Körper Basen liefern statt Säuren.
Kein Verzicht auf Zitronen – trotz saurem Geschmack baut der Körper Zitronensäure leicht ab. Problematisch sind hingegen Schwefel- und Phosphor-Verbindungen in Aminosäuren aus tierischen und manchen pflanzlichen Proteinen.
Daher meiden Sie tierische Produkte und setzen auf Obst, Gemüse und Kräuter, die basisch wirken.
Basenfasten: Die wichtigsten Lebensmittel
Laut SWR sind folgende besonders basenbildend:
- Obst
- viele Gemüsesorten, insbesondere Blattsalate
- Kräuter
Pilze, Samen und Nüsse ergänzen ideal.
Säurebildend gelten:
- Fleisch
- Wurst
- Hartkäse
- Fisch
- Meeresfrüchte
- Eier
Getreide, Hülsenfrüchte und die meisten Milchprodukte sind tabu. Trinken Sie täglich 2–3 Liter Wasser oder ungesüßten Kräutertee – basisch und durstlöschend. Alkohol vermeiden.
Hinweis: Verarbeitete Produkte wie Süßigkeiten oder Fast Food meiden, da sie oft Zusatzstoffe mit Schwefel oder Phosphor enthalten.
Basenfasten: Was sagt die Wissenschaft?
Die säure- oder basenbildende Wirkung von Lebensmitteln ist bewiesen: Die DGE bestätigt im Spiegel, dass der Urin nach Mahlzeiten dies widerspiegelt.
Der Körper reguliert pH-Werte präzise – Blut stets bei 7,4 (UGB). Überschüssige Säuren scheidet er über Nieren oder Lunge (CO₂) aus. Eine akute Azidose droht nur bei schweren Erkrankungen und erfordert ärztliche Hilfe (Spiegel).
Basenfasten gegen "latente Azidose"?
Stark säurebildende Ernährung könnte eine "latente Azidose" fördern: pH-Wert am unteren Rand des Normalbereichs.
- Blut entnimmt Mineralien wie Calcium aus Knochen – Osteoporoserisiko steigt.
- Säurelastige Kost erhöht Cortisol, potenziell Bluthochdruck (Spiegel).
- Nierensteinrisiko wächst (Quarks & Co).
Diese Zusammenhänge sind jedoch nicht abschließend bewiesen (Stiftung Warentest, Quarks & Co). Extreme Fehlernährung ist nötig für echte Übersäuerung. Ausgewogene Kost mit Obst und Gemüse schützt ausreichend – kein Bedarf für Basenfasten oder Nahrungsergänzungsmittel (Spiegel).
Basenfasten: Gesund oder riskant?
Aktueller Forschungsstand: Kein Schutz vor Übersäuerung nötig. Kurzfristig unbedenklich.
Vorteil: Essen nach Bedarf. Herausforderung: Inkonsistente Listen basischer Lebensmittel (UGB).
Langfristig ungeeignet – Nährstoffmangel droht (DGE). Besser: Abwechslungsreiche Ernährung nach den zehn Regeln der DGE und Utopia-Saisonkalender.
Wichtige Warnung: Nicht bei Essstörungen, Schwangerschaft oder chronischen Erkrankungen. Ärztlichen Rat einholen.