Triticale, die innovative Kreuzung aus Weizen und Roggen, vereint die besten Eigenschaften beider Getreide und eignet sich hervorragend für eine nachhaltige, bodenschonende Landwirtschaft.
Was ist Triticale?
Triticale ist eine Getreidesorte aus der Familie der Süßgräser und entsteht durch die Kreuzung von weiblichem Weizen (Triticum aestivum L.) und männlichem Roggen (Secale cereale L.). Der Name Triticale leitet sich direkt aus den lateinischen Bezeichnungen ab: Triticum und Secale.
Diese Hybridsorte kombiniert die Stärken von Weizen und Roggen. Weltweit gibt es über 30 Sorten, deren Eigenschaften variieren: Manche ähneln mehr dem Weizen, andere dem Roggen. Deshalb ist Triticale auf den ersten Blick oft schwer zu identifizieren.
Verwendung von Triticale
In Deutschland dient Triticale hauptsächlich als Futtergetreide für Tiere. Mehr als die Hälfte der Ernte wird so genutzt, dank seines hohen Eiweißgehalts als wertvolles Kraftfutter.
In Backwaren kommt es oft in Mischungen vor, da reines Triticale-Mehl durch hohe Amylase-Enzyme stark verkleistert. Gemischt mit anderen Mehlsorten wirkt es jedoch als exzellentes Bindemittel.
Ein kleinerer Anteil wird für Bioenergie verwendet, etwa in Biogasanlagen. Aufgrund des hohen Stärkegehalts eignet es sich hervorragend zur Bioethanol-Produktion.
Vorteile von Triticale
Triticale profitiert von den besten Eigenschaften seiner Elternsorten:
- Weizen sorgt für hohe Erträge und gute Backeigenschaften
- Roggen besticht durch geringe Ansprüche an Boden und Klima
So erzielt es auch auf marginalen Ländereien solide Ernten. Auf extrem armen Böden ist Roggen überlegen, auf fruchtbaren Weizen – Triticale glänzt daher besonders im Mittelgebirge.
Zudem fördert es eine bodenschonende Landwirtschaft. Eine Studie der Universität Göttingen belegt: Ohne Pflügen liefert Triticale höhere Erträge, reduziert Erosion und Verschlammung, schont das Bodenleben und erhält die Fruchtbarkeit langfristig.