Als passionierter Gärtner und Heilpflanzen-Experte weiß ich: Kamille im eigenen Garten anzupflanzen ist unkompliziert und bereichert Sie mit einer vielseitigen Heilpflanze. Hier erfahren Sie alles zu Anbau, Pflege und Anwendung.
Von entspannenden Kamillenbädern über traditionellen Kamillentee bis hin zum natürlichen Haarefärben: Kamille ist ein echter Alleskönner.
Sie müssen sie nicht sammeln oder kaufen – pflanzen Sie sie einfach in Ihrem Garten oder auf dem Balkon. Von der Aussaat bis zur Ernte: Alles Wissenswerte im Überblick.
Kamille anpflanzen: Die richtige Vorbereitung
Die echte Kamille, eine Korbblütler, wird bis zu 50 cm hoch. Damit sie prächtig gedeiht, achten Sie auf diese bewährten Tipps:
Standort:
- Aus Südosteuropa stammend, liebt Kamille sonnige, warme Plätze.
Boden:
- Optimal: durchlässig und trocken. Vermeiden Sie Staunässe.
- Sie kommt mit nährstoffarmen Böden zurecht – streuen Sie zu Beginn etwas reifen Kompost.
- Bei festem Boden lockern Sie mit Sand auf.
Mischkultur:
- Kamille ist eine unkomplizierte Beetnachbarin und verträgt sich hervorragend mit:
- Kohlrabi
- Zwiebeln
- Lauch
- Sellerie
- Kartoffeln
- Kapuzinerkresse
Kamille aussäen, pflegen und ernten
Als einjährige Pflanze ist echte Kamille robust und pflegeleicht.
Aussaat:
- Als Lichtkeimer Samen nur festdrücken, nicht bedecken.
- Ab Ende April ins Freiland säen – Boden vorher lockern und von Unkraut befreien.
- Ideal auch für Töpfe, da flachwurzelnd.
- Reihenabstand: 40 cm.
- Keimung nach 1–2 Wochen.
- Auslichten nach einem Monat auf 20 cm Abstand.
Pflege:
- Kein Dünger nötig dank geringen Nährstoffbedarfs.
- Selten gießen, Boden leicht feucht halten – keine Staunässe.
- Nach der Blüte schneiden, um Neuaustriebe anzuregen.
Ernte:
- Bei zwei Dritteln verblühten Blütenköpfen ernten.
- Bestes Timing: sonniger Tag nach Tauverdunstung für maximalen Gehalt an ätherischen Ölen.
- Frisch nutzen oder lichtgeschützt trocknen und lagern, um Wirkstoffe zu erhalten.
Die heilenden Wirkungen von Kamille
Kamille als Heilpflanze zu kultivieren zahlt sich aus: Ihr breites Spektrum ist wissenschaftlich belegt. Eine Studie von 2011 bestätigt ihre vielfältigen Effekte:
- Entzündungshemmend: Ätherische Öle und Flavonoide wirken entzündungshemmend. Kamillenaufguss reinigt Wunden, als Mundspülung bei Zahnfleischentzündung oder zur Inhalation bei Erkältungen.
- Beruhigend für den Bauch: Lindert Darmentzündungen, Durchfall, Übelkeit und Menstruationsbeschwerden durch krampflösende Wirkung.
- Hautpflege: Wickel, Salben oder Gesichtsdampfbäder bei Ekzemen, Irritationen und Unreinheiten.
- Antikanzerös: Hemmt Zellwachstum bei Haut-, Brust- und Prostatakrebs.
- Vorbeugend bei Erkältungen: Als Tee oder in Erkältungsbädern.
- Psychisch beruhigend: Hilft bei Anspannung, Angst und Schlafstörungen.